Partizipation – Teilhabe – Teilnahme. Ihre Versprechen, Fallen und Potentiale

Vorträge mit Melanie Reichert, Marita Tatari und Birte Kleine-Benne

Partizipation und Partizipationskulturen sind zu Schlüsselbegriffen der aktuellen Wissens- und Informationsgesellschaft avanciert. Sie sind Gegenstand von Politik- und Sozialwissenschaften und werden in Bezug auf die Teilnahme und Mitsprache der Bürger_innen an politischen und ökonomischen Prozessen diskutiert, aber auch die Medienwissenschaften versuchen, das partizipatorische Potential vornehmlich digitaler Medienkulturen auszuloten. Hinsichtlich künstlerischer partizipativer Ansätze werden in den Kunstwissenschaften und der Philosophie vor allem die Versprechen und Fallen der Partizipation debattiert.

Um die Jahrtausendwende waren es die digitalen Medienkulturen, die mit einem hohen partizipatorischen Potential belegt wurden und heute angesichts der zunehmenden Zahl eines user generated content in Kritik geraten. Auch wenn diese Weisen der Partizipation zu recht als unbezahlte Arbeit kenntlich gemacht werden, erschöpfen sich Aussagen wie: „Manchmal sollten Formen von Demokratie, in denen alle ein Mitspracherecht haben, unbedingt vermieden werden“ (Miessen und Grassegger) in polemisch, zynischer Pseudokritik. Vielversprechender scheint es dagegen, Partizipation nicht auf digitale Konstellationen zu reduzieren, sondern sich begriffshistorischen wie auch -theoretischen Analyse der Begriffe Partizipation, Teilhabe oder Teilnahme zuzuwenden. Die Vortragsreihe setzt sich das Ziel, die Begriffe zu differenzieren und aus kunstwissenschaftlicher und  philosophischer Perspektive zu präzisieren und zu aktualisieren, um deren Potentiale erneut zur Diskussion zu stellen.