Positionen und Diskurse in Kultur und Gesellschaft (gLV) 

Übermorgen. Reclaiming, decolonizing, creating and curating futures

Wird auch angeboten für

Nummer und Typmae-mtr-100.22F.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungSoenke Gau, Basil Rogger
ZeitMo 21. Februar 2022 bis Di 10. Mai 2022
Montag, 18.00 bis 20.00 Uhr Vorlesung Dienstag, 10.00 bis 12.00 Uhr Seminar
OrtSeminarraum ZT 4.T37 Toni-Areal, Seminarraum ZT 4.T37, Pfingstweidstrasse 96, 8005 Zürich
Anzahl Teilnehmendemaximal 60
ECTS2 Credits
VoraussetzungenFür MAE Studierende: keine

Für Studierende anderer Studiengänge bzw. Vertiefungen der ZHdK, im Rahmen der geöffneten Lehrveranstaltungen:
Einschreibung über ClickEnroll
https://intern.zhdk.ch/?ClickEnroll
LehrformVorlesung, Kolloquium, Übung
ZielgruppenMAE Studierende Kunstpädagogik
MAE Studierende Curatorial Studies
MAE Studierende Kulturpublizistik
MTR-Studierende
und Interessierte anderer Studiengänge bzw. Vertiefungen der ZHdK
Lernziele / KompetenzenLernziel Wissen:
  • Positionen, Diskurse und Entwicklungen in den Künsten und im Design der Gegenwart (seit ca. 1960) exemplarisch kennen und vertiefen.
    Lernziel Methode:
  • Diskurse im Themenfeld verstehen, einordnen und analysieren.
  • Umgang mit und kreative Aneignung von theoretischen Begriffen, Denkbildern, Konzepten üben.
  • Umgang mit Gästen und deren Inputs, spontane Reaktion auf das Gehörte üben.
    Lernziel Haltung:
  • Eigenständige, reflektierte und kritische Haltung gegenüber den vorgestellte Positionen entwickeln.
InhalteZukunft ist ein eigenartiges Ding: Sobald sie in der Gegenwart angekommen ist, ist sie bereits Vergangenheit – denn dann liegt sie ja nicht mehr in der Zukunft. Wir können Zukunft denken, aber nicht greifen, wir können sie imaginieren, aber nicht exakt vorhersagen. Eigentlich ist es seltsam, Zukunft im Singular zu denken. Vielmehr sollten wir von Zukünften sprechen, einem Wort, das der Duden nicht kennt, das aber viel präziser fasst, was wir meinen, wenn wir von Zukunft sprechen: Einen Raum der Spekulation, erfüllt von zahllosen verschiedenen Möglichkeiten, von denen sich lediglich ein paar in irgendeiner Gegenwart realisieren werden.
Zukunft hat nun selbst wieder eine Geschichte, denn Zukunftsvorstellungen sind nicht stabil, sie verändern sich. Es gibt diesseitige und jenseitige Zukunftsvorstellungen, geschlossene und offene, pessimistische und optimistische, kritische und naive, rationalistische und spirituelle, politische und militärische Zukünfte. Und die Definitionsmacht über diesen Möglichkeitsraum der Zukunft ist heiss umkämpft. Nicht nur Religionen wünschen sich, ihn dominieren zu können, sondern auch die Wissenschaften, die Politik und insbesondere die Ökonomie. Gleichzeitig ist die Zukunft ein Feld, das von kolonialistischen Vorstellungen durchdrungen ist, sei dies in einer nationalen Binnenkolonisierung (17. und 18. Jahrhundert), in einer globalen Kolonisierung (18. und 19. Jahrhundert) oder – wie aktuell im Wettstreit zwischen Jeff Bezos und Elon Musk – in der Vorstellung einer Space Colonisation.
Diesen Vorstellungen möchten wir gerne eine andere Praxis, eine Zukunftspraxis entgegensetzen. Die Zukunft ist ein Raum der Aushandlung und Produktion. Sie gehört den Menschen, die sie herstellen, und nicht Unternehmen oder Institutionen. Damit diese Herstellung in eine soziale, kulturelle und ästhetische Praxis überführt werden kann, die selbst zukunftsträchtig ist, muss sie erst dekolonisiert und zurückerobert werden. Und genau mit diesen Fragen, mit den Möglichkeiten und Bedingungen für eine derartige Dekolonisierung und Rückeroberung, beschäftigen wir uns gemeinsam mit unseren Gästen in der nächsten und letzten Ausgabe von «Positionen und Diskurse in Kultur und Gesellschaft».
Bibliographie / LiteraturEin Reader wird zu Beginn der Veranstaltung digital abrufbar sein.
Leistungsnachweis / TestatanforderungLeistungsnachweis in Form einer verantwortlichen Beteiligung an einem Termin mit Gast im Rahmen einer Gruppenarbeit und regelmässige, aktive Teilnahme in der Gruppe und im Plenum.
Feedback und Bewertung (bestanden/nicht bestanden) aufgrund des Übungsresultates und der aktiven Teilnahme, 80 % Anwesenheit (mit Unterschriftenkontrolle).
TermineFrühlingssemester 2022

21.2. bis 10.5.2022

21./22.2
28.3/1.3
7.3./8.3
14.3/15.3
21.3/22.3
28.3/29.3
4.4/5.4.
11./12.4 kein Unterricht
18./19.4 kein Unterricht Ostern
25./26.4 kein Unterrich Sechseläuten

2./3.5
9./10.5




Mo 18.00 bis 20.00 Vorlesung
Di 10.00 bis 12.00 Seminar
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungUnterrichtssprache ist Deutsch.
The seminar will be held in German.

Ab dem Studienjahr 2021-2022 gilt für MAE-Studierende, dass sie Veranstaltungen, die im Vorlesungsverzeichnis unter Basisprogramm ausgeschrieben sind, in einem Umfang von zehn ECTS besuchen müssen. Die restlichen zehn ECTS können auch in anderen Veranstaltungen (z.B. in geöffneten Lehrveranstaltungen, im Shared Campus, in aussercurriculären Projekten, Labs oder in Form von persönlichen Projekten) absolviert werden. Adressat:innen für zugehörige Verständigungen sind Ruedi Widmer als Basisprogramm-Verantwortlicher oder die Vertiefungsleiter:innen.
Termine (24)