Aktuelle Diskurse Ausstellen und Vermitteln: Museum und Ausstellung als gesellschaftlicher Raum - Praxen, Positionen, Perspektiven. (gLV) 

Das Seminar «Aktuelle Diskurse Ausstellen und Vermitteln» möchte gemeinsam mit internationalen Gästen Praxen, Positionen und Perspektiven von «Museum und Ausstellung als gesellschaftlicher Raum» befragen. Nach einer Einführungsveranstaltung geschieht dies entlang der thematischen Schwerpunkte «Museen und Ausstellungen als Kontakt- und Konfliktzonen», «Künstlerische und kuratorische Praxis als politische Intervention» sowie «Ausstellungsinstitutionen als kritische Instanz».

Mit: Binna Choi, Clémentine Deliss, Anna Greve, Puneh Henning/Ismahan Wayah, Maria Lind, Léontine Meijer-van Mensch, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, RELAX chiarenza & hauser & co, Susan Schuppli, Philip Ursprung

Wird auch angeboten für

Nummer und Typmae-vcs-302.22F.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungAngeli Sachs, Soenke Gau, Thomas Sieber
ZeitFr 29. April 2022 bis Fr 27. Mai 2022 / 10–17 Uhr
OrtAtelier Art Education ZT 4.T39
Anzahl Teilnehmendemaximal 40
ECTS2 Credits
VoraussetzungenVoraussetzungen: Für Studierende Master Art Education Curatorial Studies: keine

Für Studierende anderer Studiengänge bzw. Vertiefungen der ZHdK, im Rahmen der geöffneten Lehrveranstaltungen:
Einschreibung über ClickEnroll
https://intern.zhdk.ch/?ClickEnroll
LehrformSeminar mit Inputreferaten, Diskussionen sowie deren Vorbereitung und Lektüre von Schlüsseltexten
ZielgruppenStudierende MA Art Education Curatorial Studies
Wahlpflichtmodul
Lernziele / KompetenzenLernziel/e Wissen:
Museen und Ausstellungen im gesellschaftlichen Kontext verstehen und verorten und in Verbindung mit aktuellen kuratorischen und Vermittlungskonzepten reflektieren zu können.

Lernziel/e Methoden:
Die Potenziale von Museums- und Ausstellungsarbeit analysieren und konzeptionell nutzen zu können. Kuratieren und Vermittlung als eigene Kulturpraxis anerkennen und Beispiele für eine transformierende Praxis erörtern.

Lernziel/e Haltung:
Eine reflektierte und fundierte Haltung gegenüber den sozialen und gesellschaftlichen Potenzialen und Funktionen von Museen und Ausstellungen entwickeln und dies in der eigenen kuratorischen und Vermittlungsarbeit anzuwenden.
InhalteWas ist eigentlich ein Museum? Für lange Zeit schien relativ klar zu sein: Unabhängig davon, ob sich ein Museum in privater oder öffentlicher Trägerschaft befindet, ob es der Kunst, Geschichte oder Naturkunde gewidmet ist – es «…erwirbt, bewahrt, beforscht, präsentiert und vermittelt das materielle und immaterielle Erbe der Menschheit und deren Umwelt zum Zweck von Studien, der Bildung und des Genusses». So definiert der Internationale Museumsrat (ICOM) seit 2007 die Institution. Seit 2016 versucht die ICOM eine neue Definition zu erarbeiten. Auch mit dem seit 2019 vorliegenden Neuvorschlag – der Museen als polyphone Orte definiert, die für soziale Gerechtigkeit einstehen, demokratisch agieren und zum globalen Wohlsein beitragen – ist die internationale Diskussion über die Frage, was ein Museum ist, bzw. was es in Zukunft sein soll, keineswegs verstummt. In jüngerer Zeit hat insbesondere die Debatte um die Dekolonisierung von Sammlungs- und Ausstellungsinstitutionen gezeigt, dass dominante, (neo-)koloniale Narrative nach wie vor (re-)produziert werden und die Mehrheit der epistemologischen Grundlagen, auf denen die Wissensordnungen von Ausstellungsinstitutionen beruhen, davon bestimmt sind.

Vor diesem Hintergrund möchte das Seminar «Aktuelle Diskurse Ausstellen und Vermitteln» gemeinsam mit internationalen Gästen Praxen, Positionen und Perspektiven von «Museum und Ausstellung als gesellschaftlicher Raum» befragen. Nach einer Einführungsveranstaltung geschieht dies entlang der thematischen Schwerpunkte «Museen und Ausstellungen als Kontakt- und Konfliktzonen», «Künstlerische und kuratorische Praxis als politische Intervention» sowie «Ausstellungsinstitutionen als kritische Instanz».

Zur Diskussion gestellt wird, inwiefern Museen, Ausstellungsinstitutionen und Ausstellungen als Möglichkeitsräume für demokratische Aushandlungsprozesse fungieren könnten. Wie können Museen zu vielstimmigen Orten werden, die zuvor marginalisierte Stimmen und unsichtbare Geschichten hör- und sichtbar machen und dabei die Grundlagen ihrer eigenen Wissensordnungen zur Disposition stellen? Wie können Ausstellungen in ihrem Zusammenspiel von diversen Akteur:innen, Kunstwerken und Objekten mit Architektur, Displays, kuratorischen Konzepten und Vermittlungsprogrammen als Versuchsanordnungen im gesellschaftlichen Raum verstanden werden? Inwiefern können und sollen Ausstellungsinstitutionen über ihre traditionellen Funktionen, Selbstverständnisse und Expertisen hinausgehen und zu Akteur:innen einer politischen Demokratisierung und sozialen Inklusion werden?
Bibliographie / LiteraturLiteraturliste und Schlüsseltexte für das Seminar werden im FS 2022 im Intranet aufgeschaltet.
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, aktive Teilnahme und Beiträge der Studierenden
TermineFrühlingssemester 2022

Freitag, 29.4.
Freitag, 13.5.
Freitag, 20.5.
Freitag, 27.5.

10:00 - 17:00
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Termine (4)