Konstruktivismus/ Lernbiographie (Erziehungswissenschaften, Seminar) 

Der Kybernetiker Heinz von Foerster bezeichnet die Umwelt als eine Erfindung. Diese zentrale These des radikalen Konstruktivismus vertritt die Ansicht, dass Realität nicht objektiv, sondern das Abbild der individuellen Wahrnehmung ist. Jean Piaget bezeichnet kognitive Strukturen nicht als Kopie der Wirklichkeit, sondern als Ergebnis einer Anpassung.
Das Seminar behandelt die Frage, wie wir zu Erkenntnis und Wissen gelangen. Ist die Umwelt eine Konstruktion, stellt ihre ästhetische Wahrnehmung eine Summe persönlicher Erfahrungen dar. Was bedeutet diese Auffassung als Ausgangspunkt für gestalterisches Potenzial sowie für das Lernen und die Gestaltung von Lernprozessen? Welche pädagogische Haltung steckt dahinter? Gibt es eine konstruktivistische Didaktik?
Ästhetische Erfahrungen aus der Biografie der Teilnehmenden sollen den Zusammenhang von Biografie und Erkenntnisgewinnung aufarbeiten und ihre Relevanz für die Vermittlung von Kunst und Gestaltung verdeutlichen.

Angebot für

Nummer und Typbae-bae-vt102-02.21H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungRenate Lerch, Miriam Compagnoni, Regula Brassel
ZeitMo 10. Januar 2022 bis Fr 14. Januar 2022 / 8:30–16:30 Uhr
OrtZT 4.T09 Seminarraum
Anzahl Teilnehmendemaximal 26
ECTS2 Credits
LehrformWochenseminar
ZielgruppenStudierende BAE, 1. Semester
Pflichtseminar für VAS- und VBG-Studierende
Wählbar zwischen Gruppe 1 (Kw 2) und Gruppe 2 (Kw 4)
Lernziele / KompetenzenKonstruktivismus:
Die Studierenden ...
  • kennen die Wurzeln des Konstruktivismus.
  • kennen die Grundbegriffe konstruktivistischen Denkens und können sie zu ihrer
    Biographie und zur Vermittlung von Kunst und Design in Bezug setzen.
Lernbiographie:
Die Studierenden ...
  • bauen eine Identität als Vermittler:in von Kunst und Design über ästhetische Verfahren und konstruktivistische Denk- und Handlungsansätze auf.
  • anerkennen die ästhetische Arbeit als Arbeit am Selbstbild.
  • sind aufmerksam und offen für eigene und fremde biographische Prägungen.
  • haben Verständnis für Erinnerungsarbeit als ästhetische Arbeit.
InhalteKonstruktivismus:
  • Prinzip der Selbstorganisation in Wahrnehmung und Denken nachvollziehen
  • Grundsätze konstruktivistischer Lern- und Erkenntnistheorie bezüglich ästhetisch-
    biographischer Arbeit erkunden
Lernbiographie:
  • Methoden und Bedeutung der ästhetisch-biographischen Arbeit kennenlernen
  • persönliche biographische Schauplätze aufdecken und gestalten; sie befragen,
    präsentieren und darüber kommunizieren
  • Erinnerungen als Konstruktionen erfahren und in Geschichten beleben
Bibliographie / LiteraturEine umfassende Literaturliste zu Biographiearbeit und Konstruktivismus wird im Seminar abgegeben.
Leistungsnachweis / TestatanforderungDer Input zu Konstruktivismus am Montagmorgen ist Pflichtteil der Blockwoche Lernbiographie.
Kolloquium: Präsentation der ästhetisch-biographischen Arbeit am Freitag

Bewertungsskala: bestanden / nicht bestanden
TermineKw 2
Mo-Fr
10.01.-14.01.2022
08.30-16.30 h

Seminar ästhetisch biographische Arbeit: Renate Lerch
Dauer5x8 L.
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungUnterrichtssprache ist Deutsch.
The seminar will be held in German.
Termine (5)