Praxis 1: „Wokeness“ – im Strudel von Solidarität, Nachhaltigkeit und Diversity

Nummer und TypMFA-MFA-Pr00.21H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Fine Arts
LeitungYvonne Wilhelm, Sören Grammel, Nina Kerschbaumer
Anzahl Teilnehmendemaximal 14
ECTS21 Credits
VoraussetzungenUnterrichtssprache: Deutsch
ZielgruppenMA Fine Arts Studierende
Offen für Austausch-Studierende
Lernziele / Kompetenzen• Erlernen der Verortung der eigenen künstlerischen Praxis und der anderer Künstler:innen in den Kontext aktueller Tendenzen gesellschaftspolitisch orientierter Kunst
• Befähigung zur kritischen und analytischen Argumentation und Diskussion der eigenen Standpunkte und Ansätze
• Schärfen und Weiterentwicklung der eigenen künstlerischen Praxen
InhalteDas Schlagwort um gesellschaftlich orientierte künstlerische Ansätze lautet aktuell „Wokeness“. Der Ausdruck – von: to wake – steht für Diskussionen um die moralische und ethische Involviertheit in momentan herrschende Krisen des Klimas, der Ungleichheit und Demokratie. Ist man wake, verfolgt man das Geschehen in der Welt und will zum Beispiel Rassismus, Sexismus und Umweltzerstörung bekämpfen. Und das ist gut so. Und andererseits auch wieder nicht. Weil täglich sind wir mit dem moralischen Imperativ konfrontiert, Stellung zu beziehen und uns einzumischen. Und wie stehen die Chancen für Eskapismus und Solipsismus? Setzt Wokeness – und ihre Dynamik – junge Künstler:innen unter Entscheidungsdruck? Im Praxismodul vertiefen wir uns gemeinsam und lustvoll in dieses Dilemma und diskutieren unterschiedliche künstlerische Handlungsmöglichkeiten: von klassischer Studioarbeit bis zu Formen der Poststudio-Praxis, von Dokumentarismus bis Workshop- und Projektarbeit, von künstlerischer Forschung bis Aktivismus.

Die Arbeit der Studierenden steht im Mittelpunkt des Praxis-Seminars und wird im Kontext der skizzierten Thematik intensiv diskutiert. Neben Praxisbeispielen und Texten werden wir während der geplanten Berlin-Exkursion (unter Vorbehalt der geltenden Covid-19 Bestimmungen; weitere Informationen folgen zu einem späteren Zeitpunkt) auch zahlreiche Künstler:innen besuchen. Deren heterogene künstlerischen und kuratorischen Ansätze werden wichtige Inputs zum Thema liefern.

Dabei wollen wir uns u.a. der Frage nähern, ob die Konjunktur politisch-kontextueller Kunst auch Vorbote eines (wie es der britische Kunsthistoriker Suhail Malik formuliert) „Ausstiegs“ der Kunst aus dem Kunstbetrieb sein könnte? Und wie wäre dieser eigentlich zu verstehen?

Literatur wird zu Beginn des Seminars zusammengestellt.

About the lecturers:

Yvonne Wilhelm is an artist (part of the artist duo knowbotiq) and professor, teaching at the ZHdK MFA, who has been experimenting with forms and medialities of social imaginaries, visual regimes, and epistemic disobedience, with a certain focus on queer-feminist and post-/decolonial aspects. Her practical focus is on post-digital time-based formats, installative-performative settings, and research-led art.

Søren Grammel is a curator of contemporary art.
From 2013 to October 2020, he was head of the Art since 1960/Contemporary Art Department at the Kunstmuseum Basel. Previous positions include director of the Kölnischer Kunstverein, director of the Grazer Kunstverein, curator-in-residence at the Academy of Fine Arts Vienna, curator at the Kunstverein Munich or artistic director of the Videonale 9 in Bonn. A recurring motif in his exhibitions is the linking of artistic discourses with social issues, such as in Circular Flow - On the Global Economy of Inequality (2019/2020), Martha Rosler & Hito Steyerl: War Games (2018), One Million Years - System and Symptom (2014), Public Folklore (2011), The Symbolic Client (2010), One Person Alone in a Room with Coca-Cola-coloured Walls (2006) or It's Hard to Touch the Real (2001-2006). More: www.soeren-grammel.info .He was born in Germany in 1971.

Nina Kerschbaumer is a filmmaker, researcher and an assisting teacher at DFA. She is interested in fact and fiction narratives and the deconstruction of common storytelling methods. In her artistic work, she explores how the supposed distinction of private and public space and its visual representation affect concrete social and political decisions. Her research is directly linked to her practice as a Visual Artist, centered around mobile phone photography in social media, its production methods and implications.
Bibliographie / LiteraturWird während des Kurses ausgehändigt.
Leistungsnachweis / TestatanforderungAnwesenheitspflicht (min. 80%); aktive Teilnahme, Semesterreport
TermineJeweils: 10:00 - 18:00 Uhr

KW 39: 27. / 28. September
KW 48: 29. / 30. November, 01. / 02. / 03. Dezember
KW 50: 15. Dezember

Werkdiskurse:
KW 50: 13. / 14. Dezember
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Termine (10)