LAB 5: By the way, virtuality. (gLV)

Wird auch angeboten für

Nummer und TypMTR-MTR-1040.21H.005 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungNicole Frei, Katja Gläss, Patrick Müller
ZeitFr 1. Oktober 2021 bis Fr 10. Dezember 2021 / 13:30–16:45 Uhr
OrtAtelier Transdisziplinarität ZT 7.F03
Anzahl Teilnehmende4 - 25
ECTS2 Credits
VoraussetzungenStudium MA Transdisziplinarität Für Studierende anderer Studiengänge der ZHdK im Rahmen der geöffneten Lehrveranstaltungen: Einschreibung über ClickEnroll https://intern.zhdk.ch/?clickenroll
LehrformLab, Workshop mit Diskussionen, Referaten und Praxisbeispielen, die an das eigene Arbeitsfeld anschliessen.
ZielgruppenWahlpflicht für Studierende MA Transdisziplinarität.

Geöffnete Lehrveranstaltung für Studierende anderer Studiengänge.
Einschreibung über ClickEnroll https://intern.zhdk.ch/?clickenroll
InhalteInhalt:
"Tatsächlich haben wir die eigentümliche Fähigkeit, zu abstrahieren. Wir können uns (mehr oder weniger) aus unserem Lebensraum hinausziehen und anderswohin versetzen." Gegenwärtig zeigt sich Vilém Flusser Aussage nirgends deutlicher als in der Verwendung der Bezeichnung "virtuell" im Zusammenhang mit den globalen Ereignissen der Covid-Pandemie. Seit mehr al einem Jahr ist die Betitelung "virtuell" als strukturierendes Dispositiv aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Verwendung des Begriffs werden vorpandemische und pandemische Lebensräume voneinander zu unterscheiden versucht, "unser virtuelles Pandemie Jahr" war unlängst in einer der grossen Tageszeitungen zu lesen. Populär gewordenen Betitelungen, wie virtuelle Dienstreise, virtuelle Konferenzen, virtuelle Veranstaltungen verweisen auf gegenseitige Bezugnahmen analoger und digitalen Formate und den ihnen innewohnenden Schwellenzustand kulturgesellschaftlich ordnender Kategorien. Das ist nicht unbedingt neu. Längst haben sozialen Medien vorgeführt, wie öffentliche und private Räume in öffentlichkeitswirksamen Inszenierungen prominenter und nicht-prominenter Menschen miteinander verwoben sind und wie stark die wechselseitigen Auswirkungen von digitalen und analogen Realitäten dabei sind. Mit den gegenwärtigen Veränderungen werden nun auch Kategorien wie Wohnen, Arbeiten, Zeitvertreib, zur Disposition gestellt. Bis noch vor kurzem wurde die Möglichkeit der eigenen beruflichen Tätigkeit vom Bergchalet aus mit mehr oder weniger grosser Wahrscheinlichkeit bemessen.
Mit dem Lab by the way virtuality möchten wir realitätsstiftende oder -simulierende Modelle in den Blick nehmen. Vor allem aber möchten wir gemeinsam solche Modelle ganz konkret entwickeln, Raumgestaltungen entwerfen, die gemeinsames Arbeiten oder Zusammenleben befördern und uns so aus bedrohlicher Vereinzelung zu lösen in der Lage sind. Solche Modelle können eher mental gedacht sein oder auch ganz real konfiguriert, sie können die Gestaltung von Arbeitsumgebungen oder von Räumen des Austauschens anvisieren. Dabei helfen uns ausgewählte zeitgenössische künstlerische Arbeiten, in welchen sich Virtuelles und Reales durchdringt. Ausgehend von Vilém Flusser Aufsatz "Räume" möchten wir den Fokus auf Übergänge legen, auf Schwellen, an denen "anderswohin" nicht als räumliche Abgrenzung zu bestehenden Lebensräumen verstanden wird, sondern worin das eine im anderen Resonanz erfährt.


"In fact, we have the peculiar ability to abstract. We can (more or less) pull ourselves out of our habitat and move elsewhere." At present, Vilém Flusser's statement is nowhere more evident than in the use of the term "virtual" in connection with the global events of the Covid pandemic. For more than a year, it has been impossible to imagine everyday life without the titling "virtual" as a structuring dispositive. The use of the term attempts to distinguish between pre-pandemic and pandemic habitats; "our virtual pandemic year" was recently entitled in one of the big daily newspapers. Titles that have become popular, such as virtual business trip, virtual conferences, virtual events, refer to mutual references of analogue and digital formats and their inherent threshold state of cultural-social ordering categories. This is not necessarily new. Social media have long since demonstrated how public and private spaces are interwoven in high-profile productions of celebrity and non-celebrity people and how strong the reciprocal effects of digital and analogue realities are. With the current changes, categories such as living, working, passing time, are now also being called into question. Until recently, the possibility of one's own professional activity from the mountain chalet was measured with more or less probability.
With the Lab by the way virtuality, we would like to take a look at models that create or simulate reality. Above all, however, we would like to develop such models together in a very concrete way, to design spaces that promote working together or living together and are thus able to free us from threatening isolation. Such models can be more mentally conceived or configured in a very real way, they can target the design of working environments or spaces of exchange. Selected contemporary artistic works in which the virtual and the real interpenetrate help us to do this. Based on Vilém Flusser's essay "Spaces", we would like to focus on transitions, on thresholds where "elsewhere" is not understood as a spatial demarcation from existing living spaces, but where one experiences resonance in the other.
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, aktive Mitarbeit
TermineFreitagnachmittag 1.10. / 15.10. / 29.10. / 12.11. / 26.11. / 10.12. jeweils von 13:30–16:45 Uhr
Dauer6 Sitzungen, 14-täglich
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungUnterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.
The Lab will be held in German and Englsh.
Termine (6)