HKB / Campus-Woche 

Campus Wahlmodul / Master Class / Kursangebot der Partnerschule (HKB)

Wird auch angeboten für

Nummer und TypMTH-MTH-WPM-02.21H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Darstellende Künste und Film
LeitungLeitung: Wolfram Heberle, Sibylle Heim,
Dozierende: Onno Faller, Jana Burbach, Ralf Samens, Kiri Haardt
OrtHofgut Holdenweid in Baselland
Anzahl Teilnehmende5 - 50
ECTS2 Credits
ZielgruppenAlle
InhalteDie Campus-Woche wird nicht in Bern, sondern auf dem Hofgut Holdenweid in Baselland stattfinden. Das Hofgut war bis 1980 eine psychiatrische Klinik für Langzeitpatienten und stand seither mehr oder weniger leer. Seit 7 Jahren wird das Gut vom Verein 'Frequenzwechsel' langsam zu neuem Leben erweckt. Ein Teil des riesigen Komplexes wurde schrittweise saniert, umgebaut und künstlerisch gestaltet. Andere Teile sind noch geprägt vom langen Leerstand und atmen noch Vergangenheit. So erwartet uns ein Ort zwischen Baustelle und Kulturprojekt, der Raum zum Verweilen, Dinge zum Entdecken und Material für die eigenen Kreativität bietet.

Die Teilnahme an der Campus-Woche setzt voraus, dass die Teilnehmenden alle 5 Tage auf dem Hofgut Holdenweid verbringen und auch dort übernachten. Eine An- und Abreise zwischendrin ist nicht möglich.

Es werden parallel folgende 4 Workshops angeboten:

Workshop 1: Kochen als Kunstgattung
In den ersten zwei Tagen werden wir uns mit dem Speisenbau beschäftigen und den Fragen nachgehen, wie Speisen gebaut werden, was für Gestaltungselemente es gibt und wie Speisenfolgen funktionieren. Dabei experimentieren wir praktisch und kochen für den Abend etwas für alle. Kochen setzt nämlich – wie jede Kunst – voraus, dass sie eine Öffentlichkeit findet. Kochprojekte wenden sich immer an ein Publikum und appellieren an dessen Sinne. Ein Kochprojekt ohne Rezipienten ist undenkbar. Erst wenn das Gekochte verkostet wird, ist es ein Werk. In diesem Sinne stellen wir am dritten Tag eine funktionierende Speisenfolge her, die dann am Abend aufgetragen wird. Das soll dann als Abschluss schon etwas festlicher oder spannender werden. Was wir genau kochen, entwickeln und entscheiden wir die Tage zuvor. Ebenso, ob wir Tiere verwenden und wenn ja welche, mit Feuer kochen usw. Alles ist möglich.

Onno Faller. Kulturpädagogin, Künstlerin, Filmemacherin und Köchin. Von 1989 bis 1995 studierte Onno Faller an der Hochschule für Bildende Künste „Städelschule“ in Frankfurt bei Prof. Peter Kubelka Film und Kochen als Kunstgattung und schloss mit dem Meisterschüler ab. In der Nachfolge der Professur für Film und Kochen wurde nach dem Weggang Kubelkas 1999 von der Schule eine Kochwerkstatt als Ort der Lehre etabliert, deren Leiterin und Lehrkraft sie seitdem war. 2002 Gründung der „Kochwerkstatt“, Gesellschaft für Kochen als Kunstgattung mit Dorothee Becker. Seit 2016 leitet sie das bioversum und MUSEUM Jagdschloss Kranichstein. Filme von Onno Faller wurden bei verschiedenen Festivals gezeigt, u.a. in Miami, Chicago, New York, Barcelona, Paris, Bologna und Berlin.


Workshop 2: Von Hier bis in alle Ewigkeit
Ich bin Autorin von Fernsehserien, habe aber nach meinem Studium an der HKB im Theater mein Schaffen begonnen. Und nun freue ich mich, im Rahmen der Campus-Woche 2021 mit euch Wege zu erforschen, wie man Erkenntnisse, die ich bei meiner Arbeit als Serienautorin gewonnen habe, auf den Theaterkontext anwenden kann.

Was macht serielles Erzählen für mich aus? Im Wesentlichen ist es die Möglichkeit, rund um ein „emotionales Thema“ und in einem bestimmten erzählerischen Kosmos unendlich viele oder potentiell endlose Geschichten zu erzählen. Während der Film, die Miniserie oder auch das Theaterstück zu Ende erzählt werden wollen, will die Serie nicht enden. Ein weiterer Aspekt ist mir wichtig: idealerweise entstehen Serien in einem „Writers Room“. Zentral für diesen Raum ist die Fähigkeit, als Kollektiv Geschichten zu erfinden, die zwar multiperspektivisch sind, aber als Ganzes wirken sollen.

Mit diesen Ideen im Hinterkopf will ich euch in der Campus-Woche 2021 dabei unterstützen, auf der Basis eurer Fantasie, Lebenserfahrung und der konkreten Auseinandersetzung mit dem Ort „Frequenzwechsel“ Geschichten zu erfinden. Diese werden wir dann auch in den gegebenen Räumlichkeiten zum Leben erwecken. Sie werden Teil einer größeren Erzählung sein, die sich um das Thema dreht, was psychische oder seelische Gesundheit bedeutet, und die das Potential hätte, seriell weiter erzählt zu werden. Besonders wichtig ist mir, dass euer individueller Ausdruck und der Zugang zu eurer Vorstellungskraft ebenso stark gefördert wird wie die Fähigkeit, mit anderen gemeinsam kreativ zu sein. Ihr werdet euch gegenseitig inspirieren und durch den Austausch mit anderen eure eigenen Ideen erweitern und schärfen.

Jana Burbach wurde 1985 in München geboren. Sie lebt und arbeitet in Berlin als Drehbuchautorin. Von 2004 bis 2007 absolvierte sie einen BA in „Classics and English“ an der Oxford University und von 2009 bis 2011 einen MA in „Scenic Arts Practice“ an der Hochschule der Künste Bern. Im Theater hat sie Erfahrung als Regieassistentin, Regisseurin, Schauspielerin und Dramaturgin und hat unter anderem mit Thomas Ostermeier, Constanza Macras, Nurkan Erpulat, Quan Bui Ngoc und Samuel Schwarz gearbeitet. Von 2010 bis 2013 hat Jana Burbach für 400asa als Dramaturgin und Autorin gearbeitet. Eines der Projekte, die in dieser Zeit entstanden sind, war „Der Polder“, ein Science-Fiction Transmedia Projekt, das in einem Writers Room entwickelt wurde, den Jana Burbach leitete. Dieses Projekt war der Übergang von ihrer Theaterarbeit zur Arbeit als Drehbuchautorin, mit Fokus auf die Arbeit im Writers Room. Von 2013 bis 2014 war Jana Burbach eine Stipendiatin der Drehbuchwerkstatt München und im darauffolgenden Jahr eine Teilnehmerin von Serial Eyes. Seitdem arbeitet Jana Burbach als Drehbuchautorin auf Deutsch und Englisch. Sie war bislang Teil des Autorenteams von „Bad Banks“ (ZDF, Arte), Co-Creator von „Just Push Abuba“ (ZDF Quantum) und Staff Writer von „Breaking Even“ (ZDF Neo) und „Tribes of Europa“ (Netflix) und arbeitet derzeit an neuen eigenen Projekten.


Workshop 3: FINDEN – NICHT SUCHEN
Die Perspektive wird umgedreht: statt der Suche nach den Spielern, der Location, des Kostüms etc. aufgrund einer Idee, einer Vorstellung, eines Stücks oder eines Texts, bestimmt das Auffinden das Entwickeln. Wir durchstreifen das uns zur Verfügung stehende Gelände und Gebäude, um uns inspirieren zu lassen für kleine Spiele und Settings, living sculptures und tableaux vivants in verschiedenen Medien. Die Dinge werden nicht als Diener und Werkzeug sondern als Partner betrachtet. Um es mit Mrs. Margulis zu sagen: „Das Leben hat uns entwickelt, damit es sich selbst anschauen kann.“

Ralf Samens versteht sich als Plastiker, für den selbstredend auch Live-Art im öffentlichen Raum, auf Rolltreppen, in besonderen architektonischen Situationen wie Fussballstadien, Banken und Kaufhäusern, aber auch Kooperationen und Interaktionen mit BKH Gutmann, Boris Nieslony, Raoul Marek, Norbert Klassen und Anderen aus dem skulpturalen Denken heraus entstehen. Ralf Samens leitete die Stadtgalerie Bern, vormals in den Kellerräumen des Schlachthaus Theaters beheimatet, und gründete 1997 das Festival BONE, zusammen mit Norbert Klassen und Markus Henseler. Er unterrichtet regelmässig im MA-Theater.


Workshop 4: «A physical approach» to movement.
Ausschreibung folgt

Kiri Haardt wurde 1966 in Glasgow geboren, ist in Bern aufgewachsen und lebte zeitweise mit ihren Eltern in den USA. Nach ihrer Tanzausbildung bei der Rotterdamse Dans Academie / Codarts in Holland arbeitete sie u. a. mit COAX, der Vivienne Newport Company, am Tanztheater der Städtischen Bühnen Münster und mit Helena Waldmann, bevor sie schließlich von 1996 bis 2007 fest im Tanzensemble am Theater Bremen unter Leitung von Susanne Linke und Urs Dietrich engagiert war. Seit 2007 arbeitet Kiri Haardt als Dozentin an der Hochschule für Künste in Bern. Daneben verbindet sie eine regelmäßige künstlerische Zusammenarbeit mit dem zeitgenössischen Komponisten Uwe Rasch. Von 2011 bis 2013 war sie Jurymitglied des Internationalen Wettbewerbs für Choreographie in Hannover. 2012 tanzte sie in der Rekonstruktion der Produktion „CALLAS“ von Reinhild Hoffmann, 2015 übernahm sie als Schauspielerin die Hauptrolle in Maricel Alvarez' und Emilio Garcia Wehbis Inszenierung „Das brennende Haus“ am Konzert Theater Bern, 2016 tanzte sie am Theater Trier in der Company Susanne Linke in der Choreografie „Stabat Mater“ von Urs Dietrich. 2017 erarbeitete sie auf Einladung des TanzKollektivBremen für das Festival TANZ Bremen ein Solo in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Alexander F. Müller. Im selben Jahr übernahm sie die Choreografische Leitung für die Produktion „Altes Testament – aus dem Tagebuch der Menschheit“ am Schauspielhaus Graz unter der Regie von Volker Hesse. Für das Stück „Bravehearts“ in Zusammenarbeit mit Samir Akika erhielt sie 2020 in der Kritiker*innenumfrage der «tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance» die Nominierung als Tänzerin des Jahres.
Termine27.09.-01.10.2021
Dauerganztags
Hofgut Holdenweid in Baselland
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
SpracheDeutsch und Englisch
Termine (5)