Designgeschichte mal anders. Zum wechselvollen Selbstverständnis des Designs (gLV)

Kategorie: Designgeschichte, Designtheorien
Keywords: Designgeschichte, Zeitgeist, 20. Jahrhundert, Berufsbilder

Wird auch angeboten für

Nummer und TypBDE-BDE-T-WP-AK-5014.21H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Design
LeitungCyril Kennel
ZeitMo 27. September 2021 bis Mo 13. Dezember 2021 / 17–18:30 Uhr
Anzahl Teilnehmende8 - 24
ECTS2 Credits
VoraussetzungenFür DDE-Bachelor-Studierende:
Keine

Für Studierende anderer Studiengänge bzw. Vertiefungen der ZHdK erfolgt die verbindliche Einschreibung im Rahmen der geöffneten Lehrveranstaltungen via ClickEnroll vom 1. - 15.9.21 https://intern.zhdk.ch/?clickenroll (beschränkte Platzzahl).

Die Teilnahme darf sich nicht mit anderen Lehrveranstaltungen überschneiden bzw. muss vorgängig mit dem für die/den Studierende/n zuständigen Studiensekretariat abgesprochen werden.
LehrformSeminar
ZielgruppenWahlpflichtmodul für Studierende des DDE, 5. Semester
Lernziele / KompetenzenDesign- und kulturhistorisches Wissen sind wichtige Instrumente, um zeitgenössische Entwurfsarbeit einordnen und kontextualisieren zu können. Die Frage, was Designer*innen heutzutage überhaupt sind und als was sie sich verstehen, wird virulent diskutiert. In diesem Seminar durchschreiten wir gemeinsam die Designgeschichte und untersuchen, wie sich dieses Selbstbild im Laufe der Zeit geändert hat und wie wir zu unserer heutigen, vielschichtigen und teilweise widersprüchlichen Auffassung von „Design“ gekommen sind.
InhalteDesigner*innen gibt es in der heutigen Form erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Davor waren es oft Architekten oder Kunsthandwerker, welche Produktgestaltung ausübten oder die (patriarchalischen) Diskurse darüber bestimmten. Mit der zunehmenden Professionalisierung ab den 1940er Jahren gehen auch Versuche einer Verwissenschaftlichung einher, Designer*innen sind jetzt plötzlich auch Forschende und messen sich mit mit den Naturwissenschaften. Sie versuchen gleichermassen mit Tabellen und Auswertungen „hard facts“ zu liefern und sogenannte „wicked problems“ zu lösen; also Probleme, die für eine einzige Disziplin zu komplex erscheinen. Kann das gelingen?
Völlig andere Positionen aus dem Radical Design oder der Postmoderne ab 1968 hingegen hinterfragen tradierte Gesellschaftsvorstellungen. Hier werden Designer*innen als Autoren mit einer künstlerischen Handschrift verstanden; eine Position, die vor allem im deutschen und schweizerischen Industriedesign mit Irritation wahrgenommen wird.
Mit den Entwicklungen in der Psychologie und dem Herausbilden von Managementmodellen seit den 1970er Jahren sind „Kreativität“ und „Innovation“ die Leitbegriffe geworden - doch was heissen sie überhaupt? Sind dies vielleicht einfach Worthülsen die bewirken, dass Design von Konzernstrategien als Kulturalisierungsfaktor eingesetzt wird? Ist Design Thinking zu einem neoliberalen Fetish geworden?
Waren die Symbole für Designer*innen früher der Zeichentisch und Klemmbretter, die ein quasi-ingeneurhaftes Bild der Disziplin vermitteln sollten, so ist es heute der Post-it-Zettel, mit welchem im Sinne von Unternehmensberatung Konzepte - also Ideen und weniger fertige Produkte - propagiert werden.
Kein anderes Stück Papier ist gegenwärtig derart symbolisch aufgeladen mit Ideen davon, wie eine Disziplin die Welt verändern kann oder soll. Lässt sich dieser Anspruch einlösen?
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, eigene Recherchearbeiten, Gruppenarbeit mit Präsentation
TermineDas Seminar findet jeweils montags vom 27. September bis 13. Dezember 2021 statt.
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Termine (12)