Öko-Logiken

Wie uns Umwelt betrifft
Nummer und TypZMO-ZMO-P046.2.21H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterZ-Module
LeitungKatharina Cromme, Dozentin DDK, Yvonne Schmidt, Dozentin DDK, Annemarie Bucher, Dozentin DFA, Kaspar König, DKV und DDE
ZeitMo 6. September 2021 bis Fr 17. September 2021 / 9:15–16:45 Uhr
2 Wochen
Anzahl Teilnehmende8 - 25
ECTS4 Credits
VoraussetzungenKeine
LehrformWorkshop über zwei Wochen, in einer Mischung aus Präsenz im Workshop mit Exkursionen und eigenständiger Arbeit.

Erste Woche: Trainingswoche 
Am Morgen: Training: "Innere Ökologie" - Meditation und Austausch
Am Vormittag: Input: "Ökologiken" - Vorträge oder Lesekreis, Gespräche
Am Nachmittag: 
- Erprobung: Übertragung der neuen Erfahrungen in einen selbst zu bestimmenden künstlerischen Versuch allein oder in Kleingruppen (es wird keine Fertigstellung erwartet, sondern zur Auseinandersetzung eingeladen) 
  • Begleitung: individuelle Mentorate
Zweite Woche: Integrationswoche
Montag bis Donnerstag:
Am Morgen: Training: "Innere Ökologie" - Meditation und Austausch
Exkursionen: in den Waldraum, auf den Gletscher oder in die Deponie (ggf in Kleingruppen); Feldversuche
 
Freitag: Rückmeldung, Abschluss und Aussichten 
ZielgruppenWahlpflicht für alle Studierenden
Lernziele / KompetenzenLernen über räumliche Erfahrung: Die Gruppe aus Studierenden und Dozierenden begibt sich in verschiedene Umgebungen und findet sich in der jeweiligen neuen Umwelt zurecht. Inputs in Form von Literatur (Reader) und Kommunikationsmethoden, wenn immer möglich im Aussenraum, macht das Studieren zum vielschichtigen Erlebnis. Das beinhaltet nicht nur Generieren von Wissen über Ökosysteme und Kreisläufe, sondern auch die ernsthaft spielerische Übertragung auf das Lernen jenseits von Produktivität durch Verpflichtung, in der jede:r Teilnehmer:in die eigenen Kompetenzen einbringt und neue dazulernt. Im Waldraum, auf dem Gletscher oder in der Deponie: Die Gruppe bildet für den Zeitraum des Z-Moduls ein neuartiges Geflecht; einen (temporären), mobilen, multiplen, fluiden Organismus, der - vielleicht - Spuren legt, oder dessen Kunst gerade darin besteht, nichts Handfestes zurückzulassen.
InhalteWas passiert, wenn man einen Hai in einen Entenpfuhl schmeisst?
Wird er Teil des Kreislaufs, oder macht er alles kaputt?
Und was passiert, wenn der Hai ein Mensch ist und der Entenpfuhl die Welt?
Ein Ökosystem ist ein Beziehungsgefüge der Lebewesen untereinander und mit ihrem Lebensraum.
Solange das Gleichgewicht zwischen Entstehen und Vergehen innerhalb des Gefüges bewahrt wird,
kann es fortdauern bis in alle Ewigkeit. Und wie jeder lebende Organismus ist auch ein Ökosystem
anpassungsfähig: kleinere Störungen werden von Innen heraus kompensiert, und im Laufe der Zeit
integriert ein Ökosystem sogar fremde Elemente in sein Perpetuum Mobile. Ist die Störung allerdings zu plötzlich oder zu heftig, gerät das System ins Wanken. Je nach Ausmass sind Krise und Sterben die Folge.
Was in der Ökologie als ein dynamischer Komplex von Gemeinschaften aus Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen sowie deren nicht lebender Umwelt definiert wird, ernennen wir im künstlerischen Kontext zu einem dynamischen Komplex von Gemeinschaften aus lebenden Körpern, Stimmen und Geräuschen sowie einer Umwelt aus Licht, Temperatur, Objekten, Materialien.

Ein Reader aus essayistischen, literarischen, politischen und wissenschaftlichen Texten zum Thema (z.B von Uexküll, Thoreau, Baker, Schalanski u.v.a) sowie Praktiken aus verschiedenen Kommunikationsmethoden  (The Art of Hosting, Radical Honesty u.a.) sowie regelmässige Meditation bereichern und strukturieren das Lernen auch perspektivisch.
Bibliographie / LiteraturUmwelt und Innenwelt der Tiere, Johan von Uexküll
Guattari: three ecologies
J. Radkau: die Aera der Ökologie
Geschichte der Nachhaltigkeit
Latour, Bruno (2018): Das terrestrische Manifest. Berlin.
Latour, Bruno (2001): Das Parlament der Dinge. Für eine politische Ökologie. Frankfurt am Main.
Wallen, Ruth (2012): Ecological Art: A Call for Visionary Intervention in a Time of Crisis, Leonardo 45:3, MIT Press Journals, S. 234-242.
Daniela Hahn, Erika Fischer-Lichte (Hg.): Ökologie und die Künste (2015)
u. a.
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit
TermineHS 21 in KW 36/37 vom 6.9. - 17.9.2021
Dauer2 Wochen
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungDozierende:
Annemarie Bucher, Kunst- und Landschaftshistorikerin, Dozentin am Department Fine Arts und Co-Direktorin von FOA-FLUX (foa-flux.net).

Katharina Cromme, Theaterarbeiterin, Dozentin am Departement Darstellende Künste und Film, Künstlerische Leitung Insitut für bewegende Künste (www.bewegendekuenste.com)

Kaspar König, Künstler, Sound Designer, Forscher am DKV (Transdiziplinarität) und DDE (https://www.kasparkoenig.com)

Yvonne Schmidt, Theaterforscherin am Institute for the Performing Arts and Film /ZHdK und Leitung Kunstvermittlung an der Hochschule der Künste Bern