DIG Herkunft (er)zählt - Designerbiografien im sozialen und wirtschaftlichen Kontext (gLV)

Rubrik: Gesellschaft, Politik, Soziales
Keywords: soziale Herkunft, Geschmacksbiografie, Narrativ, Oral History, Normativität, Habitus und Feld.



Unter Designerbiografien versteht man sowohl reale Lebenspfade und wie auch die Erzählung davon, also eine spezielle Textsorte. Als Textsorte fokussieren Biografien in der Regel auf die Persönlichkeit und die subjektive Handlungsmacht der einzelnen Designer*in und blenden die Macht der objektiven Strukturen aus wie Klassenherkunft, Race, Geschlecht, Alter, Rechtsstatus und Migration. Im Seminar arbeiten wir mit dem Spielraum zwischen objektiven Bedingungen und Subjekt beim Wechselspiel zwischen realen Lebenspfaden und biografischen Texten – die eigenen eingeschlossen.

Wird auch angeboten für

Nummer und TypBDE-BDE-T-WP-2019.21F.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Design
LeitungDr. Paola De Martin
ZeitMo 22. Februar 2021 bis Mo 31. Mai 2021 / 8:45–10:15 Uhr
Anzahl Teilnehmende6 - 22
ECTS2 Credits
VoraussetzungenFür DDE-Bachelor-Studierende:
Keine, ausser die Bereitschaft, auch die eigene Biografie in Text und Bild (Fotos) einzubringen und theoretisch zu reflektieren.

Für Studierende anderer Studiengänge bzw. Vertiefungen der ZHdK erfolgt die verbindliche Einschreibung im Rahmen der geöffneten Lehrveranstaltungen via ClickEnroll vom 1.2. - 14.2.21 https://intern.zhdk.ch/?clickenroll (beschränkte Platzzahl).

Die Teilnahme darf sich nicht mit anderen Lehrveranstaltungen überschneiden bzw. muss vorgängig mit dem für die/den Studierende/n zuständigen Studiensekretariat abgesprochen werden.
LehrformSeminar
ZielgruppenWahlpflichtseminar Studierende 2. Semester
Lernziele / KompetenzenImplizite Erzählstrukturen von bekannten Designerbiografien untersuchen, die Normativität erkennen, die bestimmte Episoden sichtbar und andere unsichtbar macht.
Zusammenhang von sozialer Herkunft und Geschmacksbiografie mit kulturtheoretischen, historischen und soziologischen Begriffen beschreiben.
Selbstreflexion über die eigene gesellschaftliche Stellung als werdende*r Designer*in und der damit zusammenhängenden Werturteile und Praktiken zur Sprache bringen.
InhalteTheoretische Texte lesen, die thematisch auf der Schnittstelle zwischen Biografieforschung, Designgeschichte und Geschmackssoziologie liegen.
Bestehende Designerbiografien auf den Idealtyp hin untersuchen und fiktive ideale Designerbiografien erfinden.
Eigene Familienfotos auf populären grafischen Repräsentationen der sozialen Struktur verorten und diskutieren (Klassenpyramide der Vorkriegszeit, Boltezwiebel der Nachkriegszeit, Tropfenform des Neoliberalismus).
Die eigene Biografie schreibend wieder(er)finden, Trial and Error, Pendeln zwischen dem Ernst des Lebens und dem Spiel des Studiums.
Bibliographie / LiteraturZum Einstieg empfohlen:
Schultheis, Franz, Prekär auf hohem Niveau, in: Schultheis, Franz, Schulz, Christina, (Hg.), Gesellschaft mit begrenzter Haftung, Konstanz 2005, S. 375-378.
Ernaux, Annie, Die Jahre, Berlin, 2017.
Bührer, Kai, Robert Walser Sculpture. Ein Gespräch mit Thomas Hirschhorn, in: trans Magazin ETH Zürich, Issue 35: Bruch, Zürich, Herbstausgabe, 2019, S. 62-65
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, aktive Mitarbeit: sich an Diskussionen beteiligen, Bildrecherche, kurze Texte schreiben, kurze Präsentationen von individuellen und Gruppenarbeiten.
TermineMontags vom 22. Februar bis 31. Mai 2021
Kein Seminar an folgenden Terminen:
5./26. April 2021
24. Mai 2021
Dauer08.45-10:15 (ohne Pause).
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungFamilienfotos im Vorfeld suchen und ins Seminar mitbringen. Thema: Lebensstil und soziale Lage, bzw. soziale Mobilität von mehreren Generationen der eigenen Familie (Alltag, Mode, Einrichtung, Freizeit, Familie, Freunde, Ferien).
Termine (12)