HYB / Darstellung und Gewalt 

Praxisfeld RE: Theaterwoche inkl. Kolloquium, Wahlpflicht
Praxisfeld DR: Aufführungsanalyse

Wird auch angeboten für

Nummer und TypMTH-MTH-PM-03.20H.002 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Darstellende Künste und Film
LeitungMaren Rieger u.a.
Anzahl Teilnehmende5 - 12
ECTS3 Credits
ZielgruppenMA RE und MA DR
Lernziele / KompetenzenEigenständiges künstlerisches Arbeiten in der Erforschung eines Themenfeldes
InhalteWas ist das, was in uns hurt, lügt, stiehlt und mordet? fragt Danton in Büchners Theaterstück. Es ist die eskalierende Gewalt der französischen Revolution, die ihre Kinder frisst, die der Dramatiker befragt.
Wir befragen das komplexe Zusammenspiel von Darstellung und Gewalt, wie es sich zeitgenössisch in Sprache und Körpern auf der Bühne zeigt. Welche Lösungen bieten performative Künste? Für unsere Recherche besuchen wir szenische Aufführungen wie TANZ von Florentina Holzinger und forschen nach literarischen Beispielen wie WUT von Elfriede Jelinek. Auf einer zweiten Ebene forschen wir nach der Gewalt der Darstellung: bereits die antiken Tragödien haben sie als vielschichtiges Problem behandelt - eine Beziehung zum Publikum auf eleos und phobos, Jammer und Schauder gründen? Womöglich gibt es eine chiastische Struktur: - Darstellung der Gewalt und Gewalt der Darstellung - welche Energie setzen wir wie frei?
Kein Zufall übrigens, dass sich Frauen mit diesen Fragen beschäftigen. Der Schutz vor häuslicher und sexueller Gewalt ist erst seit einigen Jahren gesetzlich verankert. Aus welcher Perspektive also aus ist der "Mord ein Geschlechtertausch, fremd im eigenen Körper" (Heiner Müller)? Welches Begehren begehrt Penthesilea in Kleists Lustspiel?: "So war es ein Versehen. Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann schon das eine für das andre greifen".
Ziel des Moduls ist die Erarbeitung eines eigenen künstlerischen Zugangs, nicht zwingend eine gemeinsame Präsentation.
Bibliographie / Literaturnach Ansage s.o.
TermineKW48/23.11.2020 - 27.11.2020 und KW49/30.11.2020 - 4.12.2020, Aufführungsbesuch in KW46 abends
Dauer10h - 14h, danach Selbststudium
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
SpracheDeutsch
BemerkungMaren Rieger verbindet Theorie und Praxis des Theaters als Dozentin an den Hochschulen der Künste in Bern und Zürich und als freiberufliche Dramaturgin.
Für das Modul kollaboriert sie mit der Autorin und Regisseurin Julia Haenni und der Choreographin Florentina Holzinger, die in den beiden Wochen zeitweise anwesend sein werden.
Termine (28)