Pool II: Combining Collections 

Eine virtuelle Sammlungsausstellung
Nummer und Typmae-mae-107.20H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungBruno Heller
ZeitDi 15. September 2020 bis Di 1. Dezember 2020 / 15–17 Uhr
OrtAtelier Art Education ZT 4.T39
Anzahl Teilnehmendemaximal 15
ECTS2 Credits
ZielgruppenStudierende MA Art Education
Lernziele / KompetenzenLernziel Wissen
Die Studierenden erhalten detailliertes Wissen zu unterschiedlichen Sammlungskonzepten. Sie erarbeiten Informationen über Sammlungs- und Suchkriterien sowie Formen der Sammlungspräsentation (Sammlungsdepots, Sammlungsausstellungen, digitale Sammlungen, die Sammlung im Buch).

Lernziel Methoden
Die Studierenden wenden Recherchemethoden an und treffen Entscheidungen in Bezug auf ihren Interessenschwerpunkt, dadurch werden Selektionsprozesse erprobt. Durch die abschliessende Ausstellung erkennen die Studierenden kuratorische Strategien und die damit zusammenhängenden Zeigegesten. Dabei geht es um die Entwicklung der eigenen kuratorischen und vermittlerischen Praxis, der Reflexion bezüglich der Zusammenstellung sowie das dialogische Verhältnis zwischen Zeigendem, Betrachter und Gezeigtem.

Lernziel Haltung
Die eigenen Such- und Selektionsprozesse werden hinterfragt und die eigene Haltung im Endresultat sichtbar gemacht. Die Seminarteilnehmenden müssen sich der Frage stellen, in welchem Verhältnis sie zu den Objekten, deren Erzählungen und Ansätzen stehen. Dies ausgehend von der Annahme, dass Objekte und Subjekte nicht voneinander trennbare Entitäten, sondern vielmehr relational verbundene Elemente sind, welche unterschiedliche Formen von Handlungskraft in sich tragen.
InhalteIm Seminar «Combining Collections» werden Objekte und künstlerische Arbeiten aus verschiedenen Sammlungen ausgewählt und in einer virtuellen Ausstellung auf einem Weltformatplakat zueinander in Beziehung gesetzt. Die Anordnungen werden als Experiment verstanden, das zu neuen Assoziationen und Erkenntnissen in Bezug auf Funktionen und Potenziale von Sammlungen anregt. Die gemeinsame Untersuchung beginnt im Hochregallager im Museum für Gestaltung Zürich und wird im Seminarverlauf durch weitere von den Studierenden individuell ausgewählte Sammlungen erweitert. Für die Ausstellung werden Suchkriterien definiert und auf die jeweilige Sammlung angewendet. Die Studierenden wählen jeweils bis zu 15 Exponate aus den Sammlungen aus.

«Combining» steht für eine Herangehensweise, welche Sammlungsobjekte mit externen Ereignissen oder Erzählungen verknüpft. Im Seminar werden drei methodische, inhaltliche und ästhetische Herangehensweisen vorgestellt:

1) Crossmapping: Dabei handelt es sich um eine spielerische Methode und Anti-Methode zugleich. Die Leitidee des Crossmappens ist der Kontextwechsel und die Annahme, dass Kulturen Auseinandersetzungsfelder darstellen, die gekennzeichnet sind durch Verhandlungen, Bezugnahmen und das Nachleben von Ideen und den mit ihnen verbundenen Praktiken.

2) Zeugenschaft im Kontext einer musealen Sammlung: Zeugenschaft wird als eine mediale und kulturelle Praxis verstanden, die Wissen beglaubigt und legitimiert, aber dieses Wissen ebenso selektieren und manipulieren kann. Wir werden verschiedene Ansätze von Zeugenschaft thematisieren. Ein Ansatz bildet das Konzept des «material witness», das von einem dem Material inhärenten Wissen ausgeht. Ein weiterer Ansatz bildet die Zusammenarbeit mit Zeitzeug*innen, welche verschiedene Formen von Wissen über ein Objekt mitbringen.

3) Plakate als künstlerische und kuratorische Formate: Das Papiermass 89,5 x 128 cm wird zur Montagefläche und zum Ausstellungsraum. Die Verwendung des Plakats als künstlerische oder kuratorische Plattform wird anhand von Beispielen vorgestellt. Das Potenzial dieses Formats liegt in der Möglichkeit, ortsspezifisch zu Kuratieren oder Interventionen im öffentlichen Raum vorzunehmen und so Bezüge zu sozialen und räumlichen Kontexten herzustellen. Nicht zuletzt erscheint das Plakat als Ausstellung eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem Kuratieren in Zeiten von COVID-19 zu bieten; es ermöglicht das Kuratieren in «public space» oder das Installieren von Plakat-Ausstellungen in Privaträumen.
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, aktive Teilnahme
TermineEinführung und Übungen zu Herangehensweisen
Di., 22.09.2020, KW 39 / SW 2, 15:00 – 17:00 Uhr
Di., 29.09.2020, KW 40 / SW 3, 15:00 – 17.00 Uhr
Di., 06.10.2020, KW 41 / SW 4, 15:00 – 17:00 Uhr

Arbeit in der Sammlung / Arbeit am Material
Di., 13.10.2020, KW 42 / SW 5, 15:00 – 16:45 Uhr
Di., 20.10.2020, KW 43 / SW 6, 15:00 – 16:45 Uhr
Di., 03.11.2020, KW 45 / SW 8, 15:00 – 17:00 Uhr

Zwischenpräsentation
Di., 24.11.2020, KW 48 / SW 11, 15:00 – 16:45 Uhr

Vorbereitung der virtuellen Ausstellung
Di., 01.12.2020, KW 49 / SW 12, 15:00 – 17:00 Uhr
Di., 08.12.2020, KW 50 / SW 13, 15:00 – 17:00 Uhr

Vernissage Combining Collections + Curatorial Studies Präsentation der Praxisprojekte
Di., 08.12.2020, KW 50 / SW 13, 17:30 – 20:00 Uhr
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungIm Basisprogramm Pool stehen in jedem Semester ca. 3 - 5 Pool-Kurse (à 1 oder 2 ECTS) zur Auswahl.
Insgesamt sind 8 ECTS im Basisprogramm Pool zu erwerben.
Termine (10)