Gender/Queer?! Von Mann-Frau-Stereotypien im Design bis zum Aufbrechen starrer Gendernormen 

Kategorie: Gesellschaft / Politik / Soziales
Keywords: Gender, Feminismus, Technologie, Philosophie
Wie stehen Geschlecht und Gender zueinander und wie hat sich unser Verständnis dieser Kategorien über die Zeit verändert? Wie sind diese Unterscheidungen entstanden und wieso erscheinen uns diese historisch und gesellschaftlich gewachsenen Normen als 'natürlich'? Inwiefern hängt das mit unseren Vorstellungen vom 'Menschen', mit technologischen Entwicklungen und gestalterischen Fragen zusammen?
Unter der Annahme, dass Genderverhältnisse in unserem Alltag und im Design stets konkret mitverhandelt werden, führt das Seminar in die komplizierten Fragestellungen von Gender und Geschlecht, Feminismus, Queer, Trans*gender, sowie Heteronormativität ein. Zudem wird der Frage nachgegangen, inwiefern Geschlecht mit Vorstellungen von Mensch, Natur und Kultur zusammenhängt. Dies wiederum lässt uns nach den Verbindungen dieses vielschichtigen Themenkomplexes zum Design fragen und anhand konkreter Beispiele beleuchten und diskutieren.
Nummer und TypBDE-BDE-T-WP-BW-5019.20H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Design
LeitungNina Bandi
ZeitMo 31. August 2020 bis Fr 4. September 2020 / 8:30–17 Uhr
Anzahl Teilnehmende8 - 20
ECTS2 Credits
VoraussetzungenFür DDE-Bachelor-Studierende:

Modul nicht bereits im 3. Semester besucht!
LehrformSeminar mit Inputs, Gruppenarbeiten, Diskussionen und Präsentationen.
ZielgruppenWahlpflichtmodul für Studierende des DDE, 5. Semester
Lernziele / Kompetenzen
  • Das Seminar gibt eine Einführung in die relevanten Begrifflichkeiten und Fragestellungen sowie eine Übersicht über die historischen Entwicklungen. Dies soll den Studierenden eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Position sowie mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Debatten ermöglichen.
  • Das Lesen, Analysieren und Diskutieren von wichtigen Texten fördert eine vertiefte theoretische Auseinandersetzung.
  • Die Betrachtung konkreter Beispiele und die Erarbeitung zentraler Begriffe zu Gender im Design ermöglichen die Erfassung dieses komplexen Verhältnisses.
  • Ziel ist sowohl eine historisch und theoretisch fundierte Auseinandersetzung als auch eine engagierte und offene Diskussion, die kritische Reflexionsinstrumente in Bezug auf die Designpraxis und das Designstudium in die Hand geben und zur persönlichen Auseinandersetzung anregen.
InhalteDas Seminar nimmt das Verhältnis von Gender und Design in den Blick. Um dessen Vielschichtigkeit auf den Grund zu gehen, werden einerseits aktuelle Beispiele aus dem Design beleuchtet und andererseits findet eine historische und theoretische Auseinandersetzung statt.

In einem ersten Teil werden aktuelle Designbeispiele analysiert, die Gender (mit)verhandeln, sowie Konzepte eingeführt, die helfen, das Verhältnis von Gender und Design genauer zu untersuchen.

In einem weiteren Teil gibt es einen historischen Abriss zur Frauenbewegung und von LGBTQI*-Bewegungen sowie zur Gleichstellung von Mann und Frau. Auch werden Fragen zu Intersektionalität und dem Zusammenhang zu Anti-Rassismus beleuchtet.

Entsprechend dieser historischen Einbettung werden unterschiedliche theoretische Positionen eingeführt, die das Verhältnis von Gender und Geschlecht, die Binarität von Mann und Frau, sowie Unterscheidungen hinsichtlich Mensch, Natur, Kultur und Technologie in den Blick nehmen. Auch der Zusammenhang zu sexueller Orientierung und Heteronormativität (die Tatsache, dass heterosexuelle Beziehungen als die soziale Norm angesehen werden) wird dabei in den Blick genommen sowie die Konstruktion hegemonialer Männlichkeiten.

Neben dem Verständnis der historischen und theoretischen Zusammenhänge geht es auch immer darum, eine Verknüpfung mit aktuellen Phänomenen und alltäglichen Erfahrungen herzustellen, sei es über Beispiele aus dem Design, aus der Populärkultur, aus dem Film, und aus der Kunst, oder über jene, die von den Studierenden eingebracht und präsentiert werden.
Bibliographie / LiteraturIndikativ, weitere Literatur wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.
de Beauvoir, Simone (1949). Das andere Geschlecht. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, Neuausg. 2000
Brandes, Uta (2017). Gender Design – Streifzüge zwischen Theorie und Empirie. Basel: Birkhäuser.
Benhabib, Seyla; Butler, Judith; Cornell, Drucilla; Fraser, Nancy (Hg.) (1993). Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Butler, Judith (1991). Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Connell, Raewyn (1999): Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Opladen: Leske + Budrich.
Haraway, Donna (1995). Die Neuerfindung der Natur: Primaten, Cyborgs und Frauen. Frankfurt am Main.
Kelly, Natasha A. (Hg.) (2019). Schwarzer Feminismus: Grundlagentexte. Münster: Unrast Verlag.
Leistungsnachweis / TestatanforderungAktive Teilnahme und Gruppenarbeiten, Präsentation, 80% Anwesenheit.
TermineBlockwoche vom 31. August bis 4. September 2020
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungModul fand im HS19 im 3. Semester statt!
Termine (5)