Konstruktivismus/ Lernbiographie(Erziehungswissenschaften, Seminar) 

Der Kybernetiker Heinz von Foerster bezeichnet die Umwelt als eine Erfindung. Diese zentrale These des radikalen Konstruktivismus vertritt die Ansicht, dass Realität nicht objektiv, sondern das Abbild der individuellen Wahrnehmung ist. Jean Piaget bezeichnet kognitive Strukturen nicht als Kopie der Wirklichkeit, sondern als Ergebnis einer Anpassung.
Das Seminar behandelt die Frage, wie wir zu Erkenntnis und Wissen gelangen. Ist die Umwelt eine Konstruktion, stellt ihre ästhetische Wahrnehmung eine Summe persönlicher Erfahrungen dar. Was bedeutet diese Auffassung als Ausgangspunkt für gestalterisches Potential sowie für das Lernen und die Gestaltung von Lernprozessen? Welche pädagogische Haltung steckt dahinter? Gibt es eine konstruktivistische Didaktik?
Ästhetische Erfahrungen aus der Biografie der Teilnehmenden sollen den Zusammenhang von Biografie und Erkenntnisgewinnung aufarbeiten und ihre Relevanz für die Vermittlung von Kunst und Gestaltung verdeutlichen.

Wird auch angeboten für

Nummer und Typbae-bae-vt102-02.20H.002 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungRenate Lerch, Miriam Compagnoni, Regula Brassel
ZeitMo 25. Januar 2021 bis Fr 29. Januar 2021 / 8:30–16:30 Uhr
OrtAtelier Art Education ZT 5.K08
Anzahl Teilnehmendemaximal 25
ECTS2 Credits
LehrformWochenseminar
ZielgruppenStudierende BAE, 1. Semester
Pflichtseminar für VAS- und VBG-Studierende
Wählbar zwischen Gruppe 1 (Kw 2) und Gruppe 2 (Kw 4)
Lernziele / KompetenzenKonstruktivismus:

Die Studierenden...
  • kennen die Wurzeln des Konstruktivismus.
- kennen die Grundbegriffe konstruktivistischen Denkens und können sie zu ihrer
Biographie und zur Vermittlung von Kunst und Design in Bezug setzen.

Lernbiographie:

Die Studierenden ...
  • bauen eine Identität als Vermittler/-in von Kunst und Design über ästhetische Verfahren
    und konstruktivistische Denk- und Handlungsansätze auf.
- anerkennen die ästhetische Arbeit als Arbeit am Selbstbild.
  • sind aufmerksam und offen für eigene und fremde biographische Prägungen.
  • haben Verständnis für Erinnerungsarbeit als ästhetische Arbeit.
InhalteKonstruktivismus:
  • Prinzip der Selbstorganisation in Wahrnehmung und Denken nachvollziehen. 
  • Grundsätze konstruktivistischer Lern- und Erkenntnistheorie bezüglich ästhetisch-
    biographischer Arbeit erkunden.
     
    Lernbiographie:
- Methoden und Bedeutung der ästhetisch-biographischen Arbeit kennen lernen.
  • persönliche biographische Schauplätze aufdecken und gestalten; sie befragen,
    präsentieren und darüber kommunizieren.
  • Erinnerungen als Konstruktionen erfahren und in Geschichten beleben.
Bibliographie / LiteraturEine umfassende Literaturliste zu Biographiearbeit und Konstruktivismus wird im Seminar abgegeben.
Leistungsnachweis / TestatanforderungDer Input zu Konstruktivismus am Montagmorgen ist Pflichtteil der Blockwoche Lernbiographie
Kolloquium: Präsentation der ästhetisch-biographischen Arbeit am Freitag
Bewertungsskala: bestanden / nicht bestanden
TermineKw 4
Mo-Fr
25.01.-29.01.2021
08.30-16.30 h

Seminar ästhetisch biographische Arbeit: Renate Lerch
Dauer5x8 L.
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Termine (7)