Theorie: Warum "Leben"? (gLV) 

Perspektiven eines Selbstverständlichen

Angebot für

Nummer und TypBKM-BKM-Th.19H.012 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Fine Arts
LeitungWerner Oeder
Anzahl Teilnehmendemaximal 11
ECTS3 Credits
VoraussetzungenInteresse am Leben
LehrformSeminar (Lektüre und Diskussion)
Kurzexkursionen (Raum Zürich)
Kurzpräsentationen
ZielgruppenHochschulweit geöffnet
InteressentInnen aus anderen Studiengängen schreiben bitte an folgende Emailadresse:
studium.dkm@zhdk.ch. Sie werden am Ende von Kalenderwoche 36 über den Teilnahmeentscheid informiert.
Lernziele / KompetenzenKennenlernen aktueller Diskussionen des Lebensbegriffs in Kunst, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft
InhalteVor einigen Jahren schlugen wissenschaftliche Studien eine neue Strategie bei der Suche nach intelligentem Leben im Weltraum vor: Man solle zunächst in den ca. 82 Regionen suchen, in denen die Erde als bewohnter Planet erkennbar sei. Hierfür stellten die Texte verschiedene Verfahren des nichttrivialen Versuches vor, aus grosser Entfernung das für uns Selbstverständliche zu erfassen – den organischen, technischen und kulturellen "Fingerabdruck" des Lebens auf der Erde.
In der Blockwoche versuchen wir, aus verschiedenen "terrestrischen" Perspektiven wichtige Diskussionen des Lebensbegriffs in Kunst, Kultur und Gesellschaft zu sichten. So etwa programmatisch:
  • Leben als Werk: das Leben als individuelle Existenz, die am Limit, in vollen Zügen, aus dem Moment heraus gelebt und ausgekostet wird, die man strategisch plant und optimiert, als eigentlicher, authentischer Entwurf und permanente Auto(fiktionale)Biographie.
  • Lebensbegriff: die Definition des Lebens erscheint heute als "vitale" Kampfzone von Individuum, Gesellschaft und Wissenschaft, in der kontroverse Modelle des Lebendigen um Anerkennung und Vorherrschaft ringen: das Leben als Mechanismus, als Organismus oder Stoffwechsel, als hybrides, menschlich-nichtmenschliches, natürlich-technisches Artefakt, als Entität, die von einer geheimnisvollen Lebenskraft durchwirkt ist oder als zelluläre Maschine leer läuft.
  • Biopolitik: der Begriff Biopolitik (Michel Foucault) bezeichnet ein Ensemble von Machttechniken, die "nicht auf den Einzelnen, sondern auf die gesamte Bevölkerung zielen", insbesondere auf die produktive Regulierung ihrer Fortpflanzung, der Lebenserwartung, Gesundheit und Krankheit, Normalität, Pathologie, Sexualität, Wohnverhältnisse etc. Ziel ist Steuerung und Kontrolle der psychischen und körperlichen Verfassung der Menschen und ihrer Lebensverhältnisse.
  • L'évolution créatrice (Henri Bergson): die Frage nach dem Leben als "Schöpferischem" ist eng mit dessen ästhetischer Repräsentation verknüpft, etwa als organische Welt der Formen, Figuren, Gestalten, Metamorphosen und Transformationen. Nicht zufällig vergegenwärtigen Naturforschende ihre Erkenntnisse bis heute in selbstverfertigten Illustrationen, zeigen sich Kunst und Natur als Mutation, Variation und Selektion eines Vorhandenen.
Werner Oeder ist Medienwissenschaftler, Soziologe und Autor. Er unterrichtet Medien-, Gesellschaft- und Kulturtheorie und bietet Workshops zur Schreibpraxis an.
Bibliographie / LiteraturDie Texte und Unterrichtsmaterialien werden während der Woche vorgestellt und durch Anwendungen während Kurzexkusionen (im Raum Zürich) unterstützt und erweitert.
Leistungsnachweis / TestatanforderungRegelmässige, aktive Teilnahme. Min. 80 % Anwesenheitspflicht, Kurzpräsentation von Themeninputs.
Terminejeweils 09:15 - 17:00 Uhr

KW 41 (Montag bis Freitag): 07. - 11. Oktober
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Termine (5)