Projektwoche 2: Funkloch, Pass und Stoff: Begleit- und Vermittlungsformate für die Klöntal Triennale 2020 (gLV) 

Eine Woche auf dem Saggberg im Klöntal

Angebot für

Nummer und TypMTR-MTR-1009C.19H.002 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungIrene Vögeli, Frank Hyde-Antwi, Dominic Oppliger
ZeitMo 9. September 2019 bis Fr 13. September 2019
ECTS1 Credit
VoraussetzungenStudium MA Transdisziplinarität.

Für Studierende anderer Studiengänge der ZHdK, im Rahmen der Geöffneten Lehrveranstaltungen: Einschreibung über ClickEnroll
https://intern.zhdk.ch/?clickenroll
LehrformExkursion, Inputs, Workshops, Projektentwicklung
ZielgruppenWahlpflicht für Studierende MA Transdisziplinarität
Geöffnete Lehrveranstaltung für alle Master-Studierenden der ZHdK
InhalteDas Klöntal liegt westlich von Glarus und gilt mit dem auf 850 m ü M. gelegenen Klöntalersee als eines der schönsten Täler der Voralpen. Seit 2014 bringt die Klöntal Triennale aktuelle Kunst in die Glarner Bergwelt. 2020 findet die Triennale zum dritten Mal statt und erweitert diesmal den Blick auf den gesamten Kanton Glarus. Die Inhalte kreisen um drei thematische Blöcke: den Übergang über den Pragelpass, das Funkloch im Bödmerenwald und die (Geschichte der) Textilproduktion im Kanton. So unterschiedlich die Themen auf den ersten Blick sein mögen, sie alle handeln von Übergängen, Verbindungen, (unterbrochenen) Netzwerken und verknüpfen Lokales mit Globalem.



Funkloch

Nimmt man am Klöntalersee den Weg in nach Richisau und weiter in Richtung Pragelpass tendiert die Netzabdeckung bald gegen Null. Das Smartphone verblödet und wir sind von digitalen Informationsfluss abgeschnitten. Zwischen den bemoosten Stämmen des Urwalds bewegen wir uns auf einem für Google unerreichbaren Territorium. Sind solche Off-Grid-Sphären lästige Lücken, die es zu schliessen gilt, oder sind Funklöcher vielleicht die letzten Orte eines Rückzugs in unkontrollierte Absichtslosigkeit?



Pass

Die Strasse über den Pragelpass verbindet das Klöntal (Glarus) mit dem Muotathal (Schwyz). Allerdings ist sie im Moment nur beschränkt benutzbar, und zwischen den beiden Kantonen gibt es keine Verbindung mit öffentlichem Verkehr. Ein einfacher Zugang zum und über den Pass läge eigentlich im Interesse beider Kantone und könnte zu einer nachhaltigen Nutzung der Region als Tourismus- und Naherholungsgebiet beitragen. Eine Konsensfindung auf lokalpolitischer Ebene ist allerdings alles andere als einfach. In den föderalistischen Strukturen der Schweiz gestaltet sich die Entwicklung von sogenannt "strukturschwachen" Randgebieten oft schwierig und langwierig. Aber vielleicht ist gerade die Langsamkeit eine Chance für unerwartete Lösungen. Wie können künstlerische Strategien nutzbar gemacht werden, um politischen Prozessen neue Impulse zu geben?



Stoff

Der Kanton Glarus hat eine reiche Geschichte als Standort der Textilproduktion. Lange vor "think globally, act locally" waren ortsansässige Handwerker*innen und Gestalter*innen über einen weltweiten Markt mit den ästhetischen Vorlieben rund um den Globus verbunden, ohne das heimische Tal je zu verlassen. Heute prägen leerstehende und umgenutzte Industriegebäude das Bild des Kantons. Und die Frage, wie sehr sein wirtschaftlicher Erfolg einst auf Verflechtungen mit Kolonialmächten und dem Sklavenhandel angewiesen war, ist seit einigen Jahren Gegenstand historischer Untersuchungen. Industrielle Kultur und globaler Kapitalismus –damals inmitten kolonialer Verstrickungen, heute im Wandel von Globalisierung und Digitalisierung – bieten Stoff für viele Geschichten.



Die Teilnehmenden erarbeiten mit Bezug auf eines der drei Themenfelder Beiträge für ein Rahmenprogramm, das während der Dauer der Klöntal Triennale 2020 zugänglich ist – als Audio-Walks, Hörstücke, Lese-Wanderungen, thematische Begleithefte …
Leistungsnachweis / TestatanforderungTeilnahme und (Mit-)Arbeit an der Entwicklung eines Begleitformats für die Klöntaltriennale 2020.
Termine9. bis 13. September 2019
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    An die Woche schliessen 6 Mittwochabende während des Semesters an (s. separate Ausschreibung/Anmeldung "Lab 2: Funkloch, Pass und Stoff").
Dauer1-wöchige Blockveranstaltung
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungWir verbringen die Woche im Ferienheim Saggberg oberhalb des Klöntalersees. Die Teilnehmenden bezahlen für Reise, Verpflegung und Übernachtung einen Unkostenbeitrag von ca. 100 CHF. Detaillierte Angaben folgen nach Ablauf der Einschreibefrist im Juli.
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Die Projektwoche im Klöntal wird mit 6 Abendveranstaltungen (Lab2: Pass, Funkloch, Stoff: Begleitprogramm für die Klöntaltriennale 2020) fortgesetzt, an welchen die Beiträge ausgearbeitet und am Ende des Semester vor dem Kuratorinnen-Team präsentiert werden. Teilnehmende an der Projektwoche schreiben sich optimalerweise auch für das Lab ein.
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This course is also available to English-speaking students.