Pool I: Welchen Wert hat die Ästhetik für unser Leben? 

Ästhetische Theorien werden im urbanen und musealen Kontext getestet.
Nummer und Typmae-mae-110.19H.003 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungMatthias Vogel Hillmann
ZeitDi 3. September 2019 bis Fr 6. September 2019 / 8:30–16:30 Uhr
OrtZT 4.T33 Seminarraum (32P TL)
Anzahl Teilnehmende8 - 18
ECTS2 Credits
LehrformSeminar, Übung
ZielgruppenMAE alle Vertiefungen
Lernziele / KompetenzenDie Teilnehmenden erweitern ihr Grundlagenwissen über relevante Begriffe und Konzepte der Ästhetik. Dabei werden nicht nur Begriffe wie Schönheit und Erhabenheit, sondern auch Kategorien wie Atmosphäre, Räumlichkeit, Aura oder Erscheinung, Ergriffenheit, poetische und theoretische Praxis behandelt.
Die Teilnehmer erlangen die Fähigkeit, diese Kategorien mit den sinnlichen Phänomenen, die ihnen im Alltag oder Museum begegnen, abzugleichen und diese Phänomene kognitiv und sprachlich zu erfassen. Es werden die Möglichkeiten und Grenzen von Begrifflichkeit und Erkennen bewusst.
InhalteAm Vormittag werden jeweils theoretische Texte von Immanuel Kant bis Wolgang Welsch, von Kasimir Malewitsch bis Theodor Adorno gelesen, vorgestellt und diskutiert. Diese Vorgaben sollen dann am Nachmittag vor den sinnlichen Phänomenen im Stadtraum, aber auch im Museum auf

ihren Wert und ihre Haltbarkeit überprüft werden.
Die Veranstaltung geht von der Beobachtung aus, dass das Bedürfnis, sinnliche/aisthetische Wahrnehmungen und Erfahrungen für uns und andere zu fassen und zu bewahren, um schliesslich Erkenntnisse daraus zu gewinnen, nach wie vor gross ist. Dabei werden z. B, Naturerlebnisse in gestalterische Form gegeben oder Kunsterlebnisse in Worte übersetzt. All diese Transformationen sind nicht unproblematisch; sie werden von der Ästhetik thematisiert. Ein weiterer Reibungspunkt liegt darin begründet, dass wir es in der "Kunst-Ästhetik" immer mit einzelnen und individuellen Gegenständen und Ereignissen zu tun haben, die wir in allgemeine Begriffe und Gestzmässigkeiten giessen wollen. Ästhetische Gegenstände, die die Welt grell und von einer ungewohnten Seite beleuchten, haben oft den Anspruch, jenseits von rationalen Diskursen Bedeutung aufzuzeigen. Ästhetik kann deshalb insgesamt auch als Rationalitätskritik verstanden werden, als Herausforderung des logozentrischen Weltbildes.
In dem Seminar werden folgende Fragen im Vordergrund stehen: Wie lassen sich sinnliche Erfahrungen im Alltag bzw. Kunstkontext mit Hilfe der Ästhetik einordnen, beurteilen und kommunizieren. Inwieweit dient uns somit Ästhetik zur Welt- und Selbsteinschätzung und zur Orientierung ganz allgemein.
Bibliographie / Literatur
  • Bohunovsky-Bärnthaler (Hg.), "Was aber ist das Schöne?" Klagenfurt/Wien 2001.
  • Leisch-Kiesel, Monika, Max Gottschlich, Susanne Winder (Hgg.), "Ästhetische Kategorien. Perspektiven der Kunstwissenschaft und Philosophie", Bielefeld 2017.
  • Martin Seel, "Ästhetik des Erscheinens", Frankfurt a. M. 2003.
    -Welsch, Wolfgang, "Grenzgänge der Ästhetik", Stuttgart 1996.
Leistungsnachweis / TestatanforderungLeistungsnachweis in Form aktiver Teilnahme und in das Seminar integrierter Übungen.
TermineHerbstsemester 2019

Blockwoche

08.30 bis 16.30h

3.9 bis 6.9.2019
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
BemerkungIm Basisprogramm Pool stehen in jedem Semester ca. 3-5 Pool-Kurse (à 1 oder 2 ECTS) zur Auswahl. Insgesamt sind 8 ECTS im Basisprogramm Pool zu erwerben.
Termine (4)