Praxis Reflexion III, Track 3: Sprache und Citizenship (a) 

Nummer und Typmae-vpu-303.19H.002 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungDr. Stefan Groth (Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich)
ECTS2 Credits
LehrformSeminar
ZielgruppenDie Lehrveranstaltung ist Teil des BA-Curriculums des Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich. Sie ist für Kulturpublizistik-Studierende geöffnet. Studierende anderer ZHdK-Fachrichtungen können sich dafür interessieren.
Vgl. https://studentservices.uzh.ch/uzh/anonym/vvz/index.html#/details/2019/003/E/50962320
InhalteDas Konzept der Staatsbürgerschaft bezieht sich zunächst auf die formale und rechtliche Zugehörigkeit zu einem Nationalstaat. In jüngeren Debatten ist ein solches Verständis von „Citizenship” erweitert worden, um auch weitere Formen der Teilhabe und Akzeptanz in demokratischen Gesellschaften in den Blick nehmen zu können. Diese Debatten nehmen ihren Ausgangspunkt in der Beobachtung, dass vielfach (alltags-)kulturelle Differenzen in Sprache oder Kultur genutzt werden, um zwischen Bürgern „erster” und „zweiter” Klasse zu unterscheiden. Eine andere Muttersprache, eine andere Herkunft oder andere soziokulturelle Praktiken werden dabei vielfach als Marker genutzt, um Minderheiten zu marginalisieren oder von bestimmten gesellschaften Bereichen auszuschliessen: „Citizenship” ist dann über den Pass zwar formal gegeben, wird in der alltäglichen Praxis aber nicht immer vollständig gewährt. Am Beispiel US-amerikanischer Latinos führte der Anthropologe Renato Rosaldo mit dem Begriff „Cultural Citizenship” („kulturelle Bürgerschaft”) eine Perspektive ein, um solche Konstellationen zu analysieren und zudem ein gleichzeitiges „Recht zur Differenz und zur Teilhabe” einzufordern.
Das Seminar erarbeitet in einem ersten Schritt die Grundlagen der Debatte um „Cultural Citizenship” und fragt, welche kulturellen Elemente von Citizenship sich ausmachen lassen. In einem weiteren Schritt wird anhand von empirischen Beispielen aus der Schweiz diskutiert, inwieweit die Beobachtungen einer Diskrimierung von Minderheiten aufgrund „kultureller” Differenzen zutreffen und wie sich dies auf die Möglichkeit demokratischer Teilhabe auswirkt. Das Seminar nähert sich diesen Fragen schwerpunktmässig über den Aspekt von Sprache und erarbeitet unterschiedliche Case Studies, in denen Differenzen im Sprachgebrauch sich auf Möglichkeiten der Teilhabe in gesellschaftlichen Prozessen auswirken.
Bibliographie / Literatur
  • Beaman, Jean. 2016. “Citizenship as Cultural: Towards a Theory of Cultural Citizenship: A Theory of Cultural Citizenship.” Sociology Compass 10 (10): 849–57. https://doi.org/10.1111/soc4.12415.
  • Rosaldo, Renato. 1994. „Cultural Citizenship and Educational Democracy”. Cultural Anthropology 9 (3): 402-411.
  • Silverstein, Michael. 1996. „Monoglot ‚Standard‘ in America: Standardization and Metaphors of Linguistic Hegemony”. In D. Brenneis & R. K. S. Macaulay (Eds.), The Matrix of Language: Contemporary Linguistic anthropology (pp. 284–306). Boulder: Westview Press.
Leistungsnachweis / TestatanforderungAktive Teilnahme
TermineMi 10:15-12:00

## Mi., 18.09.2019 – 1.
## Mi., 25.09.2019 – 2.
## Mi., 02.10.2019 – 3.
## Mi., 09.10.2019 – Keine Sitzung (DGV Kongress Hamburg)
## Mi., 16.10.2019 – 4.
## Mi., 23.10.2019 – 5.
## Mi., 30.10.2019 – 6.
## Mi., 06.11.2019 – 7.
## Mi., 13.11.2019 – 8.
## Mi., 20.11.2019 – 9.
## Mi., 27.11.2019 – 10.
## Mi., 04.12.2019 – 11.
## Mi., 11.12.2019 – 12.
## Mi., 18.12.2019 – 13.
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden