Ästhetische Kulturen – Seminar 1: Technologiekritik und ästhetische Theorie 

Wird auch angeboten für

Nummer und Typmae-mtr-102.19H.001 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Kulturanalysen und Vermittlung
LeitungKaterina Krtilova
ZeitDi 24. September 2019 bis Di 17. Dezember 2019 / 17:30–20:30 Uhr
OrtZT 4.T37 Seminarraum (30P TL)
Anzahl Teilnehmende6 - 40
ECTS2 Credits
VoraussetzungenInteresse an aktuellen Diskussionen zur Rolle digitaler Technologie in Kultur und Gesellschaft und der Auseinandersetzung mit medientheoretischen und philosophischen Texten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
LehrformSeminar, Workshop
Zielgruppengeöffnete Lehrveranstaltung für Master-Studierende aller Fachrichtungen
InhalteGalt es in den 80er und 90er Jahren, die neuen Möglichkeiten der “neuen Medien” zu entdecken, wird heute in “post-“ oder “anti-“ digitalen Bewegungen in Theorie und künstlerischer Praxis die Unumgänglichkeit digitaler Technologie zum Problem. Ubiquitous computing, Verflechtungen von Mensch und Maschine in digitalen Umwelten oder Netzwerke, die nicht zulassen, sich nicht zu beteiligten, lassen kritische Ansätze des Denkens digitaler Kultur suchen, die weder der Verklärung digitaler Technologien noch der “Googlisierung der Wissenschaft” (Alexander Galloway) anheimfallen. Wird heute künstlerische Praxis der Technologisierung der Praxis und Theorie entgegengestellt, ein ästhetisches dem techno-logischen Denken, kann diese Unterscheidung selbst kritisch befragt werden: inwiefern ist dieses ästhetische Denken durch die Technologie geprägt, gegen die es sich wendet? Sind ästhetische Praktiken nicht untrennbar mit (Kultur-)Techniken verbunden? Verschmolzen in den 1970er und 80er Jahren in der Computerkunst und -theorie künstlerische Praxis, Technologie und Theorie zu einer “neuen Einbildungskraft” (Vilém Flusser), suchen wir heute andere Formen der Distanz – in Form einer anderen Art von Theorie, eines subversiven Umgangs mit Technik oder einer anti-technologischen Verweigerungshaltung?
Im Seminar werden Ausgangspunkte und aktuelle Positionen der Technologiekritik vorgestellt, um in Verbindung mit Beispielen aus Kunst und Design die einfache Unterscheidung technikaffirmativer und technikskeptischer Positionen zu differenzieren und eigene Ansätze einer ästhetischen Kritik zu entwickeln.
Einsatzpunkte bilden die Kritik der anthropologischen Technikphilosophie, die in post-humanistischen (z.B. Rosi Braidotti) und medientheoretischen Ansätzen (z.B. Bernhard Siegert) formuliert wird, die wiederum Anlass zur Kritik des radikal “technikdeterministischen” Ansatzes geben, ausgehend von der (medien-)philosophischen Kritik eines bestimmten Denkens der Technik (Martin Heidegger), das alles Erkennen als durch (eine bestimmte) Technologie bedingt voraussetzt.
Bibliographie / LiteraturDie gemeinsam gelesenen Texte werden zu Beginn des Semesters bereitgestellt.
Leistungsnachweis / Testatanforderung80% Anwesenheit, Teilnahme an der Herbstakademie "Nach dem Digitalen. Konjunkturen des postdigitalen"
TermineDienstag, 24.9. / 8.10. / 22.10. / 5.11. / 19.11. / 3.12. / 17.12. jeweils 17.30 bis 20.30 h
Dauer7 Abendveranstaltungen im Semester
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Bemerkung„Ästhetische Kulturen“ setzt sich im HS 2019/20 aus 4 modularen Lehrveranstaltungen zusammen, die auch unabhängig von einander besucht werden können. Sie finden jeweils dienstagabends (Seminar 1: "Technologiekritik und ästhetische Theorie" und Seminar 2: "Across the Sea"), als Blockwoche im Oktober (Herbstakademie "Nach dem Digitalen") sowie an 5 Samstagen während des Semesters (Master-Forschungskolleg) statt.
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Termine (6)