Atelier Neue Musik: Der Komponist Helmut Lachenmann (gLV) 

Zuständiges Sekretariat: Ursula.Ramsbacher@zhdk.ch

Wird auch angeboten für

Nummer und TypDMU-WKAN-1200.19H.004 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Musik
LeitungLars Mlekusch
Minuten pro Woche120
ECTS2 Credits
Voraussetzungen
  • Interesse und Offenheit für zeitgenössiche Musik.
  • Interessierte Studierende anderer Departemente melden sich zur Klärung der Voraussetzungen bis spätestens 1 Woche vor Semesterbeginn direkt bei der Kursleitung.
LehrformProben, Workshop, Konzert
ZielgruppenFortgeschrittene Musikstudierende der folgenden Instrumente mit Interesse an der Einstudierung neuer Werke und Erfahrung in erweiterten Spieltechniken:
Stimme (Mezzo), Flöte, Klavier, Klarinette, Klavier, Viola, Violine, Violoncello, Saxophon, Schlagzeug
InhalteSolo und Kammermusikwerke von Lachenmann und Webern werden mit Lars Mlekusch einstudiert und aufgeführt. Der Komponist wird anwesend sein.

Helmut Lachenmann wird 1935 als sechstes von acht Kindern in einer evangelischen Pastorenfamilie in Stuttgart geboren. Er studiert zunächst an der Musikhochschule seiner Heimatstadt bei Johann Nepomuk David Theorie, Kontrapunkt und Kompositionslehre und bei Jürgen Uhde Klavier. Dann gibt die Begegnung mit Luigi Nono bei den Darmstädter Ferienkursen 1957 seinem Leben eine entscheidende Wendung: Lachenmann geht nach Venedig und wird für einige Jahre Nonos Schüler. Die ersten öffentlichen Aufführungen seiner Werke finden 1962 bei der Biennale Venedig und bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt statt.

Nach einer Lehrtätigkeit an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg unterrichtet Lachenmann als Professor für Komposition an den Musikhochschulen in Hannover (1976–1981) und Stuttgart (1981–1999). Er leitet regelmäßig Seminare, Workshops und Meisterklassen im In- und Ausland und erhält zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1997 den Ernst von Siemens Musikpreis, 2004 den Royal Philharmonic Society Award London und 2008 den Berliner Kunstpreis sowie den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia.

Helmut Lachenmanns kompositorische Praxis ist von Beginn an eng verknüpft mit der theoretischen Reflexion von ästhetischen, technischen, gesellschaftspolitischen und ethischen Fragen des Musikalischen. Die Errungenschaften des seriellen Komponierens in der Tradition Schönbergs, Weberns und Nonos werden in Lachenmanns Musik hinsichtlich der physikalischen Voraussetzungen und der konkreten Hervorbringung der Klänge weiterentwickelt und für die sinnliche Wahrnehmung des Hörers geöffnet. Zugleich verweigert sich seine Musik vorgegebenen, an Expressivität orientierten Hörerwartungen, indem sie auf der kreativen Anstrengung eines Hörens insistiert, das die konkrete sinnliche Erscheinung gewissermaßen abtastend wahrnimmt: "Der Begriff der Wahrnehmung ist abenteuerlicher, existentieller als der des Hörens: Er setzt alle Vorwegbestimmungen, alle Sicherheiten aufs Spiel." Helmut Lachenmann

Werke:

Helmut Lachenmann:
-temA für Stimme (Mezzo), Flöte und Violoncello (1969)
-Trio fluido für Klarinette, Viola und Schlagzeug (1968)
-Allegro Sostenuto für Klarinette, Violoncello und Klavier (1986-1988)
-Toccatino. Studie für Violine allein (1972)
-Marche Fatale für Klavier Solo (2017)
-Sakura Variationen / Berliner Kirschblüten für Saxophon, Klavier, Schlagzeug (2000)

Anton Webern:
Quartett Op. 22 für Geige, Klarinette, Tenorsaxophon und Klavier
Leistungsnachweis / TestatanforderungAnwesenheit bei allen Proben, Workshop und Konzert.
TermineDie Werke werden ab Ende September unter der Leitung von Lars Mlekusch einstudiert, Schlussproben unter Anwesenheit Helmut Lachenmanns finden ab Anfang November statt.

Workshop und Schlusskonzert 6./7.11.2019. Die Raumangaben können bei Semesterbeginn im Raumreservationstool abgefragt werden
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Bemerkung1200