Master-Symposium: Molekulare Ästhetiken / Molecular Aesthetics

2-tägiges Master-Symposium

2-day Symposium Master Fine Arts
Nummer und TypMAF-MAF-Sy00.19F.001 / Modul
VeranstalterDepartement Kunst & Medien
LeitungJohanna Bruckner, Yvonne Wilhelm
ECTS3 Credits
Voraussetzungen-
LehrformSymposium
ZielgruppenMaster Studierende und Hochschulöffentlichkeit / Master Students and university community
Lernziele / KompetenzenErwerb unterschiedlicher Wissen zu ästhetischen Aspekten der aktuellen Molekularisierungs- und Fragmentierungstendenzen in Kunst und Alltag

Acquisition of different knowledge on aesthetic aspects of current molecularization and fragmentation tendencies in art and everyday life
InhalteDie Vorstellungen von Welt werden zunehmend durch die Mikro- und Nanostrukturen und -systeme in den Wissenschaften, in der Wirtschaft und in der Politik bestimmt. Das geplante Symposium Molekulare Ästhetiken will sich mit den fehlenden Imaginationen dieses kaum vorstellbaren Kleinen, Fragmentierten und doch Komplexen beschäftigen. Doch wie lassen sich diese vielfältigen Veränderungen, Modifikationen und Modulationen, die die Fokusierung auf das Kleinste mit sich bringen verhandeln, wenn es darüber wenige Konventionen des Sprechens, des Zeichens und des Verhandeln gibt?
Könnte die Kunst eine Rolle dabei spielen diese molekularen Strukturen aktivierbar und affizierbar zu machen ohne dabei als Vermittlungsinstanz für Wissenschaft und Wirtschaft instrumentalisiert zu werden? Könnte die Kunst dies leisten ohne den allumfassenden kybernetischen Strategien des Vereinheitlichen, des Zählens und der Rasterung zu folgen?
Vergleichbar ist der jetzige Bedarf nach Zugänglichkeit und Sensibilisieren für etwas Unbekanntes/Ungewusstes mit dem Aufkommen von Röntgenstrahlung,Radioaktivität Virologie und Genetik zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Die damaligen Konfrontationen mit dem Unsichtbaren und Unheimlichen hat unter anderem zur Entwicklung der konkreten und abstrakten Kunst geführt. Wobei das Prozessieren von molekularen Praxen mit quasi alchemistische Materialitäten schon immer ein Topik in der Kunst gewesen ist - nicht erst seit dem molekularen Sterben von Yves Klein oder der botoxgeschwängerten Transformationen von Orlan. Doch heute schreiben sich Mikro-partikel, Mikrotechnologien und Mikropolitiken viel tiefer in Ökologien, Organismen und in die Körper ein. Und dabei gilt nicht mehr der Impetus des fröhlichen „Entdeckens“ sondern der des prometheusschen Erschaffens: „We're inside of what we make, and it's inside of us.“ (Haraway)

Das Symposium will zusammen mit Künstlern, Theoretikern und Kulturarbeitern die Phänomene der Molekularisierung in Vorträgen, Workshops und in experimentellen Settings mit einem starken Fokus auf die Materialität, auf das Fühlen, auf das Affizieren verhandeln. Zentral sind die Fragen wie die ästhetischen, expressiven und politischen Aspekte von Kunst diese Leerstellen der Vorstellungskraft verhandeln können. Es sollen dabei, nach einer Ausschreibung, ca 8 ausgewählte Arbeiten von Studenten (und Alumnis) zum Thema mit in das Symposium integriert werden. Alle Aktivitäten des Symposiums, also auch die Beiträge der eingeladenen Gäste beziehen sich in und mit ihren Beiträgen auf diese Arbeiten. Daher finden die Veranstaltungen quasi im Ausstellen, im Screenen und Aufführen der Arbeiten statt.

Genaues Programm steht Anfang März 2019 zur Verfügung.


The ideas of the world are increasingly determined by micro- and nanostructures and systems in science, economics and politics. The planned symposium Molecular Aesthetics will deal with the missing imaginations of this hardly conceivable small, fragmented and yet complex. But how can these manifold changes, modifications and modulations, which focus on the smallest, be negotiated if there are inly a few conventions of speech, sign and negotiation?
Could art play a role in making these molecular structures activatable and affectible without being instrumentalized as a mediating instance for science and business? Could art achieve this without following the all-encompassing cybernetic strategies of unification, counting and screening?
The current need for accessibility and sensitization to something unfamiliar/unknown is comparable to the emergence of X-rays, radioactivity, virology and genetics at the beginning of the last century. The confrontations with the invisible and the uncanny at that time led, among other things, to the development of concrete and abstract art. The processing of molecular practices with quasi alchemical materialities has always been a topic in art - not only since the molecular death of Yves Klein or the botox impregnated transformations of Orlan. But today micro-particles, micro-technologies and micro-politics inscribe themselves much deeper into ecologies, organisms and bodies. And the impetus of Prometheusian creation is no longer the same as that of joyful "discovery": "We're inside of what we make, and it's inside of us." (Haraway)

Together with artists, theoreticians, and cultural workers, the symposium aims to negotiate the phenomena of molecularization in lectures, workshops, and experimental settings with a strong focus on materiality, on feeling, on affecting. Central are the questions of how the aesthetic, expressive and political aspects of art can negotiate these voids of imagination. Approximately 8 selected works by students (and alumni) on the topic will be , after a call, integrated into the symposium. All activities of the symposium, including the contributions of the invited guests, refer to these works in and with their contributions. For this reason, the events take place quasi in exhibiting, screening and performing the works.

The exact programme will be available at the beginning of March 2019.
Leistungsnachweis / Testatanforderung3 ECTS Punkte bei 80% Teilnahme

3 ECTS points for 80% participation
Termine27 / 28 March
Termine (2)