Theorieschwerpunkt: Fryderyk Chopin 

Nummer und TypBMU-PKLA-MOMA-05-1.18F.004 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Musik
LeitungThomas Müller
Minuten pro Woche180
ECTS3 Credits
VoraussetzungenAbgeschlossenes Hörtraining, Tonsatz, Analyse, Formenlehre und Neue Musik.
LehrformGruppenunterricht
ZielgruppenBachelorstudierende 3. Jahr
Lernziele / Kompetenzen
  • Fortgeschrittene, künstlerische Kompetenz in musikalisch allgemeinbildenden Fragen
  • Arbeitsplanung, Transferfähigkeit, Flexibilität
  • Fähigkeit, ein selbstgestelltes Thema selbständig mit analytischen Mitteln zu bearbeiten.
  • Fähigkeit Notentext und Hörproben differenziert wahrzunehmen.
  • Sinn für differenzierte Wahrnehmungs- und Betrachtungsweisen
InhalteChopins Stellung im Musikleben ist prekär. Aufgerieben zwischen mystifizierendem Konzertbetrieb mit seinem Anspruch auf Deutungshoheit und kritischer Musikwissenschaft, können die in die Zukunft gerichteten Aspekte seiner Musik kaum mehr wahrgenommen werden. Vielleicht hat es Chopin in einem Brief von 1839 vorausgesehen: „Warum bin ich wie ein giftiger Pilz, von dem man zu kosten wagt, weil er wie ein essbarer aussieht?“ Selbst Robert Schumann bekundete Unbehagen an Chopins Spätwerk mit seiner Tendenz zur formalen Auflösung und zu harmonisch-satztechnischen Experimenten, denn diese stören das allgemeine Verständnis darüber, Chopins Musik sei vor allem „Virtuosität im Dienst des poetischen Ausdrucks“.
Kurs-Themen:
  • Chopins polnisch-französische Herkunft. Der polnische Freiheitskampf.
  • Die Verzauberung der „Maschine“ Klavier: Chopins wichtigste Werke.
  • Missverständliche, aber produktive Rezeption bei den deutschen Romantikern.
  • Produktive Rezeption in Russland bei Skrjabin und den jungen Futuristen um 1913.
  • Einflüsse auf Debussy / Lutoslawsky / Ligeti.
  • Chopins Prinzip: Auflösung von Konstruktion und Ornamentik in Poesie sowie eine gewisse Systematik im Entwickeln dieser Mittel ergibt eine Analogie zum Maler Paul Klee.
Leistungsnachweis / Testatanforderung
  • Analytische Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema, musikgeschichtliche und ästhetische Einordnung
  • Fähigkeit, gehörsmässig relevante Aspekte einer Musik zu erkennen und zu beschreiben
  • Fähigkeit zu eigenständiger, persönlich-künstlerischer Stellungsnahme in einem ausgewählten Gebiet.
  • Schriftliche und mündliche Prüfungen
TermineDonnerstag, 13 - 16 Uhr, 5.H02
DauerJahreskurs / Anmeldung jeweils im Herbstsemester
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Bemerkung2700