Theorieschwerpunkt: Die Befreiung von der Tactesschwere 

Nummer und TypBMU-PKLA-MOMA-05-1.18F.008 / Moduldurchführung
VeranstalterDepartement Musik
LeitungPhilippe Kocher
Minuten pro Woche180
ECTS3 Credits
VoraussetzungenAbgeschlossenes Hörtraining, Tonsatz, Analyse, Formenlehre und Neue Musik.
LehrformGruppenunterricht
ZielgruppenBachelorstudierende 3. Jahr
Lernziele / Kompetenzen
  • Fortgeschrittene, künstlerische Kompetenz in musikalisch allgemeinbildenden Fragen
  • Arbeitsplanung, Transferfähigkeit, Flexibilität
  • Fähigkeit, ein selbstgestelltes Thema selbständig mit analytischen Mitteln zu bearbeiten.
  • Fähigkeit Notentext und Hörproben differenziert wahrzunehmen.
  • Sinn für differenzierte Wahrnehmungs- und Betrachtungsweisen
InhalteDieser Kurs wendet sich einer vernachlässigten Disziplin der Musiktheorie zu: der Analyse von Takt, Metrum und Rhythmus (der Zeitgestaltung, um einen modernen Begriff zu verwenden). Beginnend mit der Musik Beethovens werden wir etliche Beispiele aus dem 19. Jahrhundert betrachten, bei denen Komponisten in verschiedener Art und Weise versucht haben, das „klassische“ Gefüge von Metrik, Symmetrie und Periodenbildung aufzulösen.
Schumann beispielsweise wertete die Abkehr vom Einheitsmass der Metrik als eine Befreiung der Musik. Er schrieb, dass es ihm beim Hören eines Werks von Berlioz schien, als ob die Musik „sich wieder zu ihren Uranfängen, wo sie noch nicht das Gesetz der Tactesschwere drückte, hinneigen und sich zur ungebundenen Rede […] selbstständig erheben [wolle].“
Auch den Übergang in die Moderne werden wir nachvollziehen und die neuartigen rhythmischen und metrischen Konzepte diskutieren, die das frühe 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Dies alles im Wissen, dass diese Neuerungen sich historisch angebahnt haben (ebenso wie ja auch der Schritt in die Atonalität als eine Konsequenz der spätromantischen Zersetzung der Tonalität verstanden werden kann).
Leistungsnachweis / Testatanforderung
  • Analytische Hausarbeit zu einem selbstgewählten Thema, musikgeschichtliche und ästhetische Einordnung
  • Fähigkeit, gehörsmässig relevante Aspekte einer Musik zu erkennen und zu beschreiben
  • Fähigkeit zu eigenständiger, persönlich-künstlerischer Stellungsnahme in einem ausgewählten Gebiet.
  • Schriftliche und mündliche Prüfungen
TermineMontag, 15 – 18 Uhr, 5.F11
Bewertungsformbestanden / nicht bestanden
Bemerkung2700