Campusmodulwoche / HKB "Ohne Grenzen"

Kursangebot der Partnerschule HKB

Wird auch angeboten für

Nummer und TypMTH-MTH-ERK-CAM.16F.003 / Modul
VeranstalterDepartement Darstellende Künste und Film
LeitungArnd Wesemann
OrtBern
Anzahl Teilnehmende5 - 15
ECTS2 Credits
ZielgruppenAlle
InhalteNahezu jede Avantgarde in der darstellenden Kunst ist seit mehr als hundert Jahren maßgeblich von der Tanzkunst bestimmt worden. Die Revolution des bürgerlichen Theaters fand statt in einer exotistischen Sehnsucht nach dem scheinbar Primitiven, aus der sich nicht nur Kubismus, Konstruktivismus und auch Dada formulierten, sondern ebenso die Performance Art in der Nachkriegszeit, von Bewegungen der Judson Church in den USA über die choreografischen Regiearbeiten eines Robert Wilson bis hin zur Großmutter des Tanztheaters, Pina Bausch. Erst in jüngster Zeit hat es eine Rückkehr zu einem radikalen Realismus gegeben, vertreten etwa durch Rimini Protokoll oder Kollektive wie Showcase Beat Le Mot und She She Pop - eine Bewegung mit schwerem Relevanzgepäck, die sich bewusst nicht länger auf den Tanz beruft. Und doch entstehen entgegen dieses Trends immer neue Kurzschlüsse zwischen der bildenden Kunst und den Avantgarden des Körpers. Vorsicht, es herrscht Inspirationsgefahr!
Termine02. - 04.03.2016
Dauer10.00 - 17.00 Uhr
BemerkungArnd Wesemann entstammt der ersten Generation der "Gießener Schule", an der er Angewandte Theaterwissenschaft u.a. bei Heiner Mülller und George Tabori studierte. Seit 1997 ist er Redaktionsmitglied der in Berlin verlegten Zeitschrift "tanz". Zu seinen Veröffentlichungen gehören eine Monografie über Jan Fabre, Essays über Kunst und Neue Medien, sowie über die Stellung des Festes im Tanz. Zuletzt erschien seine Reportage "Made in Bangaldesh" zur Ausbeutung im heimischen Kulturbetrieb.