Mikropraxis. Gender

Internationaler Workshop

Vom 23. - 26. 11. 2014 fand der internationale Workshop in Trogen statt.

Bewegt durch eine existenzielle Dringlichkeit fragt Mikropraxis nach den widerständigen Potentialen in alltäglichen Praktiken und Routinen. Der Alltag stellt sich als ein Übungsfeld dar, in dem Formen des Zusammenlebens, Identitäten, Verhaltensweisen und Beziehungen nicht nur permanent eingeübt, sondern zugleich inkorporiert werden. Mit Mikropraxis sollen Wahrnehmungsregime und Normierungen, die sich bis ins Körperliche hineinschreiben, sichtbar und bewegbar gemacht werden. Insbesondere gegenwärtige Geschlechterverhältnisse, deren Regime und Diskurse sowie die damit verbundenen impliziten Zuweisungen und Festschreibungen von Männlichkeit und Weiblichkeit erweisen sich als ein dringliches Feld mikropraktischer Arbeit.

Der dreitägige Workshop «Mikropraxis. Gender», an dem 15 Personen aus zehn verschiedenen Ländern teilgenommen haben, war interdisziplinär ausgerichtet und wurde vor Ort kollaborativ gestaltet. Zentrales Anliegen war es, Genderpraktiken in ihrer körperlichen Dimension zu erforschen und mit den verschiedenen Methoden und Arbeitsweisen, die die ausgewählten TeilnehmerInnen aus ihrer künstlerischen oder theoretischen Arbeit eingebracht haben, nach transformativen Kräften und Veränderungspotentialen innerhalb routinisierter und inkorporierter Genderpraktiken zu suchen. Dabei ging es auch darum, überhaupt erst einmal einen Raum zu schaffen, in dem gemeinsames Forschen und Denken, Prozesse des Übens, Ausprobierens und Scheiterns sowie Erfahrung und Begegnung möglich sind. Insgesamt hat der Workshop einen intensiven Austausch ermöglicht und die Perspektive auf Genderpraktiken insofern erweitert, als im Laufe des Prozesses immer stärker auch die Fragen nach den Potentialen von Kollektivität und den Möglichkeiten neuer Formen des
Zusammenlebens und der Subjektivierung aufgekommen sind.

Im Rahmen des Showrooms vom 4.-7. März  werden in einem Workshop Aspekte von «Mikropraxis. Gender» erfahrbar und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.